Klimaaktivisten brechen ″Durststreik″ ab | Aktuell Deutschland | DW

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Nach Wochen ohne Nahrung und zuletzt auch ohne Flüssigkeit haben ein Klimaaktivist und eine Unterstützerin in Berlin ihren Hungerstreik abgebrochen. Zuvor habe der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ein öffentliches Gespräch innerhalb der nächsten vier Wochen über den Klimanotstand zugesagt, twitterte am Samstagabend der 21 Jahre alte Henning Jeschke. Die SPD bestätigte die Mitteilung.  

Der SPD-Politiker und Bundesfinanzminister zeigte sich auf Twitter erleichtert. 

Zuvor war der Hungerstreik der Aktivisten zum „Durststreik“ geworden: Sie würden solange keine Flüssigkeit zu sich nehmen, bis SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zusichere, dass er als nächster Regierungschef umgehend den Klimanotstand in Deutschland ausrufe, erklärten der 21-jährige Henning Jeschke und die 24-jährige Lea Bonasera am Samstagmittag. Ihre Forderung richte sich an Scholz, weil er „mit großer Wahrscheinlichkeit“ der nächste Bundeskanzler sein werde.

Ohne Flüssigkeit drohen binnen weniger Tage ernste gesundheitliche Folgen bis hin zum Tod. Da beide Hungerstreikende bereits geschwächt sind, können kritische Zustände deutlich schneller eintreten. Für solche Fälle ist nach Angaben von Betreuern für medizinische Hilfe gesorgt.

„Katastrophe verhindern“

Deutschland sei als weltweit viertgrößte Industrienation einer der Hauptverantwortlichen für die Klimakrise, sagte Jeschke. Was gerade passiere, laufe nach wissenschaftlichen Modellen auf einen Kipppunkt im Klimasystem hinaus. „Damit können wir uns nicht abfinden.“ Auch Bonasera betonte: „Wir müssen die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um eine Katastrophe zu verhindern.“

In dieser Woche war bereits ein erstes Ultimatum der ursprünglich siebenköpfigen Gruppe verstrichen. Die Klimaaktivisten hatten gefordert, dass sich die Kanzlerkandidaten von SPD, CDU/CSU und Grünen zu einem öffentlichen Gespräch mit ihnen treffen. Das lehnten Scholz, Armin Laschet und Annalena Baerbock ab. Sechs der Aktivisten hatten deshalb den am 30. August begonnenen Hungerstreik beendet. Bonasera war erst am vergangenen Montag zur Gruppe hinzugestoßen.

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Scholz erneuerte am Samstag sein Angebot, nach der Bundestagswahl ein Gespräch mit den Aktivisten zu führen. Zugleich forderte er die verbliebenen Hungerstreikenden abermals auf, „Ihr Leben zu schützen“ und die Aktion umgehend abzubrechen.

„Ein legitimes Mittel“

Die Sprecherin der Bewegung „Fridays for Future“, Carla Reemtsma, verteidigte den Hungerstreik in Berlin im Grundsatz. Jeder könne selbst darüber entscheiden, was ein legitimes Mittel des Protests sei, sagte Reemtsma. Die Klimabewegung stehe für dieselben Ziele ein, auch wenn „Fridays for Future“ nicht dazu aufrufe, in den Hungerstreik zu treten. 

wa/kle (epd, dpa, afp)




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