Kopf-an-Kopf-Rennen bei Wahlen in Albanien | Aktuell Europa | DW

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Es ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen in dem kleinen Balkanland. Ersten Prognosen des Senders Ora News zufolge liegen die regierenden Sozialisten mit rund 46 Prozent der Stimmen vorn. Die oppositionelle Demokratische Partei liegt jedoch mit knapp 44 Prozent nicht weit dahinter. Die mit ihr verbündete Sozialistische Bewegung für Integration (LSI) erhält rund sechs Prozent. Die tatsächliche Verteilung der 140 Parlamentsmandate wird nun darüber entscheiden, ob der regierende Premierminister Edi Rama eine dritte Amtszeit in Folge erhält.

Bereits im Vorfeld der Abstimmung wurde mit einem knappen Ergebnis zwischen den seit zwei Wahlperioden regierenden Sozialisten und der Demokratischen Partei gerechnet. Wunsch vieler Wähler ist ein Ende der weit verbreiteten Korruption. Albanien nimmt im Korruptionsindex von Transparency Internationel (TI) den 104. Platz von 180 ein. Je höher der Wert ist, umso korrupter ist nach TI-Angaben das Land.

Schießerei mit Todesopfer am Wahltag

Vor der Wahl war es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Am Mittwoch wurde ein Anhänger der Sozialisten bei einer Schießerei vor einem Büro der Demokratischen Partei getötet. Vier Menschen wurden verletzt.

Albanien Tirana | Wahl 2021 | Lulzim Basha. Demokratische Partei

Auch der Führer der Demokratischen Partei, Lulzim Basha, gab sich bei Stimmabgabe optimistisch

Albanien ist politisch tief gespalten. Die verfeindeten Lager sprechen einander die Daseinsberechtigung ab. Die Opposition wirft Rama Wahlbetrug, Korruption und Verstrickung in die Kriminalität vor. Sie boykottiert seit mehr als zwei Jahren das Parlament.

Die Teilnahme der Opposition an der Parlamentswahl verdankt sich einem seltenen Kompromiss zwischen den beiden Lagern, der zu einer Reform des Wahlrechts führte. Diese soll durch den Einsatz von Techniken wie der biometrischen Wähleridentifizierung dafür sorgen, dass Wahlbetrug und Stimmenkauf zurückgedrängt werden. Bei den Verhandlungen hatten Diplomaten der EU und der USA intensiv vermittelt.

Parteien legen keine Wahlprogramme vor

Albanien war bis Anfang der 1990er Jahre eine stalinistische Diktatur. Seitdem hat sich das Land grundlegend verändert, pluralistische und marktwirtschaftliche Verhältnisse hielten Einzug. 2009 trat das Land der NATO bei. Für den Beginn von EU-Beitrittsgesprächen erteilten die Staats- und Regierungschefs der Union im Vorjahr grünes Licht. 

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Zugleich erschweren eine ineffiziente Verwaltung, Korruption und eine hohe Abwanderung das Leben der Bürger. Rama, der immer wieder Verbesserungen verspricht, neigt zu einem autoritären Regierungsstil. Wahlprogramme legten weder seine Sozialisten noch die Oppositionsparteien vor.

nob/hf (dpa, rtr, ap)




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