Kreativer Protest gegen Lukaschenko | Aktuell Europa | DW

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In roter und weißer Farbe stiegen sie gen Himmel, die Luftballons in den Farben der Opposition in Belarus (Weißrussland). Die Opposition hatte zu der Luftballon-Aktion aufgerufen, an der die Menschen von Balkonen oder vor ihren Haustüren teilnehmen konnte, auch, um viele Festnahmen vor den anstehenden Feierlichkeiten zum Jahreswechsel zu verhindern.

Dennoch zogen einige Demonstranten auch durch Wohngebiete, wie Bilder und Videos im Nachrichtenkanal Telegram zeigten. Dabei kam es demnach zu mehreren Festnahmen. Zwar waren Sicherheitskräfte erneut mit einem großen Aufgebot auf den Straßen der Hauptstadt Minsk unterwegs. Auf Bildern waren Gefängnistransporter zu sehen. Ein massenhaftes Eingreifen vermummter Sicherheitskräfte wie in den Wochen zuvor blieb bislang aus.

Zehntausende Menschen von der Polizei festgesetzt

Seit Beginn der Proteste vor mehr als vier Monaten kamen mehr als 30.000 Menschen in Polizeigewahrsam. Die Demokratiebewegung fordert den Rücktritt von Machthaber Alexander Lukaschenko sowie Neuwahlen und die Freilassung aller politischen Gefangenen.

Der 66-jährige Lukaschenko ist seit 26 Jahren an der Macht. Er hatte sich nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl Anfang August mit 80,1 Prozent erneut zum Sieger erklären lassen. Die Opposition spricht von Wahlfälschung. Die Demokratiebewegung sieht Swetlana Tichanowskaja als Gewinnerin der Wahl an, die derzeit im EU-Land Litauen im Exil lebt. Die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten von Belarus an.

Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz predigt während der Christmesse in Minsk

Tadeusz Kondrusiewicz durfte den Weihnachtsgottesdienst in Minsk feiern

Als ein Zeichen der Hoffnung nannte die Opposition die Aufhebung des Einreiseverbots für den Minsker Erzbischof Tadeusz Kondrusiewicz. Er feierte an Weihnachten Gottesdienste in der Hauptstadt. Papst Franziskus hatte sich persönlich für die Rückkehr des Erzbischofs bei Lukaschenko eingesetzt. Der Staatschef selbst sagte der Staatsagentur Belta zufolge, es habe keine politischen Gründe für seine Entscheidung gegeben.

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cw/qu (dpa)




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