Kritik an Impfstrategie der Regierung | Aktuell Deutschland | DW

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Das Vorgehen der Bundesregierung bei der Beschaffung und Verteilung des Impfstoffes stößt auf wachsende Kritik. Wissenschaftler werfen der großen Koalition schwere Versäumnisse vor.

Auch SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sieht deutliche Defizite. Nach seiner Ansicht könnten Deutschland und Europa mit den Impfungen schon weiter sein. Es sei zu wenig BioNTech-Impfstoff geordert und auch beim amerikanischen Unternehmen Moderna zu wenig bestellt worden, so die Kritik.

Deutschland Corona l PK Gesundheitminister Spahn und RKi-Chef Prof. Lothar H. Wieler

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte zuletzt Probleme eingeräumt und auf die bevorstehende Zulassung weiterer Vakzine verwiesen

Die Leopoldina-Neurologin Frauke Zipp, die zu den wichtigsten Beratern der Regierung gehört, betonte: “Ich halte die derzeitige Situation für grobes Versagen der Verantwortlichen.” Es habe im Sommer Angebote für mehr Impfstoff gegeben, sagte sie der “Welt”. So habe etwa BioNTech im Spätsommer wesentlich mehr Impfdosen angeboten. Am Freitag hatte das Unternehmen erklärt, mehr Corona-Impfstoff als bisher geplant an die EU liefern zu wollen. Man befinde sich “in fortgeschrittenen Diskussionen, ob und wie wir weitere Impfungen aus Europa für Europa in diesem Jahr zur Verfügung stellen können”, sagte Unternehmenschef Ugur Sahin.

Wurde geschlampt?

In diesem Zusammenhang griff FDP-Fraktionsvize Michael Theurer den Bundesgesundheitsminister direkt an. Spätestens im Herbst hätte Minister Jens Spahn auf die rasanten Entwicklungen bei BioNTech reagieren müssen, sagte Theurer dem “Handelsblatt”. Spahn habe die Fehlentscheidung der Bundesregierung nicht korrigiert und versagt. Die Linksfraktion forderte eine Regierungserklärung des Gesundheitsministers im Bundestag. “Es muss aufgearbeitet werden, wo geschlampt wurde”, sagte der parlamentarische Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte.

Coronavirus | Ansturm auf Skigebiete | Winterberg

Dem Lockdown zum Trotz zieht es viele Deutsche zum Rodeln in die Wintersportgebiete

Das Bundesgesundheitsministerium verwies auf Äußerungen Spahns vom Mittwoch. Dabei hatte er vereinzelte Probleme eingeräumt und zugleich auf die erwartete Zulassung weiterer Impfstoffe sowie den für Februar geplanten Start einer weiteren Produktionsstätte für das Präparat von BioNTech und Pfizer verwiesen. Fachleute rechnen indes nicht mit einer schnellen Entspannung der Lage.

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Nach den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden bis Neujahr rund 165.000 Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Allerdings hinken die Meldungen an das RKI teilweise der Zahl realer Impfungen in den Bundesländern hinterher. Die Gesundheitsämter meldeten zuletzt auch 12.690 Corona-Neuinfektionen und 336 neue Todesfälle binnen 24 Stunden. Eine Interpretation der Daten ist jedoch momentan schwierig, weil während der Weihnachtsfeiertage und um den Jahreswechsel Ämter ihre Daten zeitverzögert übermittelten.

Ansturm auf Skigebiete

Obwohl die Regierung dazu aufgerufen hatte, im Lockdown daheim zu bleiben, erleben unterdessen die Ski- und Rodelgebiete einen Ansturm. Polizei und Ordnungsbehörden schrieben Anzeigen wegen zahlreicher Verstöße gegen die Corona-Schutzmaßnahmen, wie eine Sprecherin der Stadt Winterberg im Sauerland erklärte.

Coronavirus | Ansturm auf Skigebiete | Harz

Parkplätze waren in kürzester Zeit voll – mancherorts wurden Strafzettel wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen ausgestellt

In den verschneiten Ortschaften der Region bildeten sich lange Autoschlangen und Staus, die Parkplätze füllten sich. Dabei sind Lifte und Pisten, Restaurants und Hütten bis mindestens 10. Januar geschlossen. Die Betreiber der Wintersport-Arena und des Skiliftkarussells weisen auf ihren Internetseiten darauf hin, dass es keine Toiletten gibt sowie keine Möglichkeiten zum Aufwärmen – und auch keine Retter vor Ort sind.

Auch im Harz rät die Polizei wegen Überfüllung weiter von Ausflügen in die winterlichen Berge ab. Der Ansturm ging aber auch dort weiter: Wanderer und Rodler steuerten die Parkplätze in den teils verschneiten Orten schon am Samstagmorgen an. Die Polizei appellierte an Tagesausflügler, weiträumig auf andere Gebiete im Harz auszuweichen und die Rettungswege freizuhalten.

uh/ml  (dpa, afp)

 




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