Kurz will ″Grünen Corona-Impfpass″ in der EU | Aktuell Europa | DW

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“Ich setze mich dafür ein, dass wir in Europa einen grünen Pass zusammenbringen. Wie es ihn in Israel gibt. Am besten digital am Handy. Wo jeder wieder alle Freiheit zurückbekommt, die wir so sehr schätzen”, sagte Kurz in einem Interview von “Bild Live”. In Israel können seit Sonntag von einer Corona-Infektion genesene und gegen das Virus geimpfte Menschen mit einem “Grünen Pass” unter anderem wieder Fitnessstudios, Theater und Sportereignisse besuchen sowie in Hotels übernachten.

“Wer geimpft ist, der soll volle Freiheit haben. Aber genauso auch jene, die gerade Corona hatten und von daher immun sind. Und auch all jene, die einen Test machen und durch den Test eben nachweisen können, dass sie negativ sind”, erläuterte Kurz. Durch einen EU-Impfpass sei auch eine Rückkehr zur Reisefreiheit in Europa möglich.

Österreich I Kanzler Sebastian Kurz

In Österreich muss in öffentlichen Räumen weiter eine FFP2-Maske getragen werden – hier der Kanzler bei einer Parlamentssitzung vom Mittwoch

Kurz äußerte sich im Hinblick auf den Sondergipfel der EU-Staats- und Regierungschefs an diesem Donnerstag zur Pandemie, wo er seinen Vorschlag einbringen will. Per Videokonferenz soll auch darüber beraten werden, wie die Corona-Impfungen beschleunigt und die gefürchteten Virusvarianten bekämpft werden können.

Im Gespräch mit “Bild” verteidigte der österreichische Kanzler die Strategie der vorsichtigen Öffnung in seinem Land. Trotz eines aktuell mehr als doppelt so hohen Inzidenzwertes wie in Deutschland (etwa 137 Ansteckungen auf 100.000 Einwohner gerechnet) öffneten im Nachbarland bereits vor zweieinhalb Wochen Geschäfte, Schulen, Friseure und Kosmetikstudios wieder.

Testen, testen, testen …

Kurz begründete den Schritt unter anderem mit dem Konzept der vielen Tests auf das Coronavirus. “Das bedeutet, dass wir in unserem kleinen Österreich, mit nicht mal zehn Millionen Einwohnern, jede Woche über 2,5 Millionen Tests durchführen, das heißt, rund ein Viertel unserer Bevölkerung wird wöchentlich getestet.” Das sei kein Allheilmittel, aber: “Wir schaffen es, dadurch das Wachstum (der Infektionszahlen) zu bremsen und die Öffnungsschritte vorsichtig vorzunehmen. Also mit Tests gibt es ein Stück weit mehr Freiheit als ohne Testungen.” Derzeit habe man das Ansteckungsgeschehen trotz der Öffnungsschritte ganz gut unter Kontrolle, so der Kanzler weiter.

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“Ein Lockdown, den keiner mitmacht”

Kurz verwies darauf, dass für die Entscheidung “zu öffnen”, neben den Fallzahlen die objektive Situation ausschlaggebend gewesen sei. “Und die objektive Situation war in Österreich schlicht und ergreifend, dass nach sechs Wochen der Lockdown seine Wirkung verloren hat.” Die Menschen hätten sich immer weniger dran gehalten, es habe immer mehr Verlagerungen in den privaten Bereich gegeben. “Und ein Lockdown, den keiner mitmacht, der hat natürlich auch wenig Sinn.”

Coronavirus - Österreich

Friseure in Österreich lassen einen nur mit negativem Corona-Test in den Salon

Gleichzeitig zeigte sich der 34-Jährige zuversichtlich, dass man mit dem Fortschreiten der Corona-Impfungen auch wieder etwas mehr Normalität haben werde. “Und wenn es gelingt, dass die Zahlen zwar steigen, aber nicht explosionsartig steigen, dann kann es gelingen, dass wir Schritt für Schritt in Richtung wärmere Jahreszeit, in Richtung mehr Impfungen und in Richtung Normalität kommen.”

Kurz wies aber auch darauf hin, das Virus sei nicht berechenbar. “Wir sind gerade in Europa sicherlich in der dritten Welle und die gilt es so gut wie möglich zu meistern.” Aus diesem Grund ließ der Bundeskanzler auch offen, ab welchem Zeitpunkt Tourismus in Österreich wieder möglich ist.

se/ack (bild, orf, dpa, rtr)




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