Lebenslange Haft für Russen in Prozess um Tiergarten-Mord | Aktuell Europa | DW

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Im Prozess um einen mutmaßlichen russischen Auftragsmord im Kleinen Tiergarten in Berlin ist der Angeklagte zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Das Berliner Kammergericht sah es als erwiesen an, dass der russische Staatsbürger im August 2019 einen tschetschenischstämmigen Georgier in dem Park mitten in der Hauptstadt erschossen hatte – vor den Augen zahlreicher Passanten. 

Vorzeitige Entlassung praktisch ausgeschlossen

Die Richter erkannten zusätzlich auf die besondere Schwere der Schuld, was eine vorzeitige Haftentlassung praktisch ausschließt. Das Urteil entsprach der Forderung der Bundesanwaltschaft, die wegen der besonderen Bedeutung des Falls die Ermittlungen und die Anklage übernommen hatte. Die Verteidigung des Beschuldigten forderte Freispruch. Der Fall wurde seit Herbst vergangenen Jahres vor einem Staatsschutzsenat verhandelt. 

Polizisten und Spezialisten im August 2019 am Tatort im Kleinen Tiergarten in Berlin

Polizisten und Spezialisten im August 2019 am Tatort im Kleinen Tiergarten in Berlin

Er könnte die ohnehin schwierigen diplomatischen Beziehungen zwischen Russland und Deutschland weiter belasten. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mord von der russischen Staatssicherheit in Auftrag gegeben wurde. Für die Staatsanwaltschaft ist der nun verurteilte Vadim Krasikov Offizier des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, er habe für den Auftragsmord an dem Georgier eine Scheinidentität erhalten.

Berlin wies zwei russische Diplomaten aus

Das Opfer wiederum, das seit Ende 2016 als Asylbewerber in Deutschland gelebt hatte, war von russischen Behörden als Terrorist eingestuft worden. Der Mann soll im zweiten Tschetschenienkrieg von 2000 bis 2004 gegen Russland gekämpft haben. Nach dem Mord an ihm wies die Bundesregierung als Reaktion zwei russische Diplomaten aus. Moskau wies die Vorwürfe eines staatlichen Auftragsmords als haltlos zurück.

Krasikov war unmittelbar nach dem Verbrechen am 23. August 2019 in der Nähe des Tatorts von Polizisten festgenommen worden und saß seitdem in Untersuchungshaft. Auf das Opfer waren drei Schüsse aus einer Pistole mit Schalldämpfer abgegeben worden, vor der Tat hatte sich der Angeklagte laut Anklage dem Getöteten in dem Park im Zentrum von Berlin von hinten auf einem Fahrrad genähert.

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sti/WW (afp, dpa) 




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