Lokführer starten Streik trotz neuen Angebots | Aktuell Deutschland | DW

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Die dritte Streikrunde der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Personenverkehr ist am frühen Morgen gestartet. Der Arbeitskampf sei wie geplant um 2.00 Uhr MESZ angelaufen, teilte die Streikleitung der Gewerkschaft mit. Auf der Webseite der Bahn war zu lesen, dass seitdem große Teile des Personenverkehrs stillstünden. Im Fernverkehr werde erneut ein Grundangebot von rund einem Viertel des normalen Fahrplans unterwegs sein. Im Regionalverkehr sei das Ziel, etwa 40 Prozent des regulären Angebots zu fahren, es gebe starke regionale Unterschiede.

Der Streik soll erst am Dienstagmorgen um 02.00 Uhr enden. Im Güterverkehr wird bereits seit Mittwochnachmittag gestreikt. Zum Angebot des Konzerns hatte sich die Gewerkschaft bis 2.00 Uhr nicht offiziell geäußert. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Ausstand in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 28 Monaten Nachdruck verleihen.

Bahn geht in Offensive

Kurz vor Beginn des neuen Ausstands der Lokführergewerkschaft im Personenverkehr hatte der Konzern der Gewerkschaft nach eigenen Angaben ein neues Angebot vorgelegt. “Wir erfüllen zentrale Forderungen der GDL”, sagte Personalvorstand Martin Seiler am Mittwoch. Damit gebe es nun keinen Grund mehr für einen fast einwöchigen Streik. Die klare Botschaft der Bahn an die GDL-Spitze laute: “Geben Sie Ihre Blockadehaltung auf”, erklärte Seiler. Er appellierte an die Gewerkschaft, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen und die “unverantwortlichen Arbeitskampfmaßnahmen” zu stoppen.

Konkret will der Konzern der GDL demnach sowohl bei der Corona-Prämie als auch bei der Laufzeit des künftigen Tarifvertrags entgegenkommen. Die Prämie solle in gleicher Höhe wie im Öffentlichen Dienst gezahlt werden, teilte die Bahn mit. Im Organisationsbereich der GDL würden damit je nach Entgeltgruppe 400 oder 600 Euro ausgeschüttet. Bei der Laufzeit würden statt 40 nunmehr 36 Monate von der Bahn angeboten. “Gleichzeitig bieten wir eine Lohnerhöhung von 3,2 Prozent – genau das fordert auch die GDL”, erklärte Seiler.

Deutschland Tarifverhandlungen der Deutschen Bahn

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Kontrahenten im Tarifstreit: GDL-Chef Claus Weselsky und DB-Vorstand Martin Seiler (Archivbild)

Weselsky mahnt “Bewegung” an

GDL-Chef Claus Weselsky hatte zuletzt “Bewegung” seitens der Geschäftsführung gefordert – der “Augsburger Allgemeinen” und dem Sender Phoenix sagte Weselsky, die Bahn habe sich seit der letzten Verhandlungsrunde am 7. Juni nicht bewegt. Vor dem aktuellen und laut Bahn “deutlich verbesserten” Angebot hatte der Konzern zwar ebenfalls 3,2 Prozent mehr Lohn geboten, aber eine längere Laufzeit des Tarifvertrages gefordert. Zu einer Corona-Prämie hatte das Unternehmen zwar Verhandlungen angeboten, jedoch keine konkrete Zahl genannt.

In dem Tarifkonflikt geht es zudem um die Position der GDL im Konzern und im Wettbewerb mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Diese hat sich bereits mit der Bahn geeinigt, die erzielten Ergebnisse hält die Lokführergewerkschaft jedoch für unzureichend.

kle/mak (rtr, dpa, afp)




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