London schließt weiteres Freihandelsabkommen | Aktuell Europa | DW

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Insgesamt 16 Monate haben die Briten mit Neuseeland über das jetzt vereinbarte Freihandelsabkommen verhandelt, bevor Premierminister Boris Johnson und die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern das Abkommen bei einem Video-Treffen besiegelten. Unterzeichnet ist der Freihandelsvertrag noch nicht, Premier Johnson ist aber bereits voll des Lobes: „Dies ist ein großartiges Handelsabkommen für das Vereinigte Königreich, das unsere langjährige Freundschaft mit Neuseeland festigt und unsere Beziehungen zum indopazifischen Raum stärkt.“

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern

Premierministerin Jacinda Ardern lobt das Abkommen ähnlich euphorisch wie Johnson

Das Abkommen sei für die neuseeländische Wirtschaft und die Exporteure von großem Nutzen, betonte Ardern auf einer Pressekonferenz in Wellington. Am Tag des Inkrafttretens des Abkommens werden die Zölle auf 97 Prozent der Export-Produkte beider Länder abgeschafft, sagte Ardern. 

Der Handel zwischen dem Vereinigten Königreich und Neuseeland hatte im vergangenen Jahr einen Wert von 2,3 Milliarden Pfund (3,18 Milliarden Dollar). 

Suche nach Handelspartnern nach dem Brexit

Premier Johnson und seine Regierung sind nach dem Brexit und der Abkehr vom Handel mit der Europäischen Union auf der Suche nach neuen Wirtschaftsbündnissen. Die Freihandelsabkommen mit den Commonwealth-Mitgliedern Neuseeland und Australien gelten als wichtiger Schritt in diese Richtung. Der Handelsvertrag mit Australien wurde bereits im Juni geschlossen. Es sind die beiden ersten von Großbritannien vollständig neu ausgehandelten Handelsverträge, seit die Briten 1973 der EU beigetreten waren.

Mit Japan hat das Vereinigte Königreich schon im September 2020 einen bilateralen Freihandelsvertrag besiegelt. Der Vertrag zwischen Tokio und London orientiert sich im Großen und Ganzen an den bestehenden Freihandelsregeln zwischen Japan und der EU.

Schafe in Neuseeland

Schafe auf Neuseelands Südinsel, ihr Fleisch könnte bald preiswert nach Großbritannien exportiert werden

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Die Deals mit den beiden Commonwealth-Staaten sind allerdings in Großbritannien umstritten: Landwirtschaftsverbände fürchten, dass zollfreie Fleischimporte die britischen Schaf- und Rinderzüchter benachteiligen könnten. Sie fürchten eine Flut von Importen bei Lamm- und Rindfleisch, sobald hier Zölle wegfallen.

Auch die oppositionelle britische Labour-Partei kritisierte das Abkommen. Es schade den Landwirten und sorge nicht für mehr Arbeitsplätze, mehr Exporte oder ein höheres Wirtschaftswachstum.

qu/mak (rtr)




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