Maas bietet Tschechien Behandlung von Corona-Patienten an | Aktuell Europa | DW

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Intensivmediziner in tschechischen Krankenhäusern schlagen Alarm. Immer öfter müssen sie inzwischen abwägen, welche Corona-Patienten sie vordringlich behandeln. Eigentlich ein untragbarer Zustand, wie ein Arzt deutschen Journalisten in Prag erklärt.

Bundesaußenminister Heiko Maas bot deshalb dem benachbarten Tschechien an, Patienten in deutschen Krankenhäusern behandeln zu lassen. Man sei dazu bereits in Gesprächen mit den Verantwortlichen in der Hauptstadt Prag und auch mit einzelnen Bundesländern in Deutschland, erläuterte der SPD-Politiker in Berlin.

Nach Angaben der Staatskanzlei in Dresden hatte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dem tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babis schon in den vergangenen Tagen seine Unterstützung zugesagt. Es sei “für den Alltag beiderseits der Grenze von großer Bedeutung, das Infektionsgeschehen dringend unter Kontrolle zu bringen”, erklärte Kretschmer. Sachsen hatte diese Woche mit Bayern und Thüringen 16.800 Corona-Impfdosen von AstraZeneca an Tschechien geliefert.

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Das Land hat derzeit die höchste Rate an Corona-Neuinfektionen weltweit und die zweithöchste Corona-Todesrate. Bei Bedarf können die Regionalregierungen dort nun niedergelassene Ärzte für den Dienst in den überfüllten Krankenhäusern rekrutieren. Außerdem wurde beschlossen, auch Medizinstudenten zur Verstärkung der Corona-Stationen einzusetzen.

Experten führen den massiven Anstieg der Fallzahlen in Tschechien auf verspätete Gegenmaßnahmen der Regierung, eine schnelle Verbreitung der zunächst in Großbritannien entdeckten, ansteckenderen Virusvariante und viele Verstöße der Bürger gegen Corona-Restriktionen zurück. Seit vergangenem Jahr sind Treffen nur noch mit einer begrenzten Anzahl von Menschen erlaubt und Restaurants geschlossen. Außerdem gilt eine nächtliche Ausgangssperre.

Tschechiens Gesundheitsminister Jan Blatny sagte, man stehe neben Deutschland auch mit Polen und der Schweiz in Kontakt. Diese Länder hätten ebenfalls die Aufnahme von COVID-19-Patienten in Aussicht gestellt.

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Deutsche Krankenhäuser hatten während der ersten Welle der Pandemie im vergangenen Frühjahr insgesamt 232 Intensivpatienten aus den besonders stark betroffenen Ländern Italien, den Niederlanden und Frankreich aufgenommen. Auch während der zweiten Welle wurden Patienten aus anderen EU-Staaten in Deutschland behandelt.

Neue Hochinzidenzgebiete: Schweden, Ungarn, Jordanien

Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin stufte jetzt die EU-Staaten Schweden und Ungarn sowie Jordanien als Corona-Hochinzidenzgebiete ein. Damit verbunden sind ab Sonntag strengere Vorschriften für die Einreise nach Deutschland. Als Corona-Risikogebiete gelten nun Griechenland und die Provinz Agder in Norwegen. Auch die USA werden nun als Risikogebiet geführt und nicht mehr als Hochinzidenzgebiet.

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Im Kampf gegen die Pandemie in der Bundesrepublik werden von diesem Samstag an im Einzelhandel Corona-Selbsttests verkauft. Die Schwesterunternehmen Aldi Nord und Aldi Süd bieten nach eigenen Angaben Tests als Aktionsware direkt an der Kasse an. Aber auch der Konkurrent Lidl und die Supermärkte von Rewe und Edeka haben das Thema auf dem Schirm.

Rücknahme der Corona-Maßnahmen im Sommer?

Unterdessen geht Kanzleramtschef Helge Braun davon aus, dass vom Sommer an kaum noch Corona-Beschränkungen nötig sein könnten. “Wenn wir jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben, dann können wir zur Normalität in allen Bereichen zurückkehren”, sagte der gelernte Arzt den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Damit das bis zum Sommer geschehen könne, müssten allerdings zwei Voraussetzungen erfüllt seien: “Die Impfstoffhersteller halten ihre Lieferversprechen ein und es taucht keine Mutante auf, die den ganzen Impferfolg infrage stellt.” Die Impfstofflieferungen würden “ab Mai deutlich steigen”, sagte der CDU-Politiker weiter. Zwischen Juni und Juli rechne er im Vergleich zur jetzigen Situation mit der zehnfachen Menge an verfügbaren Dosen pro Tag.

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se/kle (dpa, afp, rtr, rki)




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