Massive Evakuierungen nach Vulkanausbruch auf La Palma | Aktuell Europa | DW

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Erstmals seit 50 Jahren ist auf der spanischen Kanareninsel La Palma wieder ein Vulkan ausgebrochen. Nach zunächst heftigen Explosionen schleuderte der Vulkan im Naturpark Cumbre Vieja aus mehreren Schloten Lava-Fontänen, Steine und Asche. Es seien mindestens sieben verschiedene Stellen gezählt worden, an denen Vulkanmaterial austrat, berichtete der staatliche Fernsehsender RTVE. Die Behörden riefen die Alarmstufe rot eines Vulkannotfallplanes aus und begannen mit Evakuierungen.

Obwohl der Ausbruch laut Angaben des lokalen Fernsehsenders Canarias7 in einem unbesiedelten Bereich der Insel liegt, mussten etwa 5.000 Menschen aus den Ortschaften El Paso und Llanos de Aridane sowie dem Badeort Tazacorte an der Westküste der Insel in Sicherheit gebracht werden, wie die Polizei mitteilte. Bei 500 von ihnen habe es sich um Touristen gehandelt. Mehrere Landhäuser gingen in Flammen auf, als sie von der um die 1.000 Grad heißen Lava erreicht wurden.

„Es wird wohl noch mehr Zerstörungen geben, denn die Lava fließt auf mehrere Orte zu“, sagte Lucas Leal, einer der Bewohner der betroffenen Gegend, im Fernsehen. Nach Medienberichten schlossen die Behörden nicht aus, dass bis zu 10.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden müssten. Die Feuerwehr bekämpfte unterdessen Busch- und Waldbrände, die am Rande der Lavaströme aufflammten. Auch Einheiten des spanischen Militärs wurden zu der Insel in Marsch gesetzt.

Urlauber liegen in Liegestühlen am Strand des Urlaubsortes Tazacorte auf La Palma. Im Hintergrund sind die bunten Häuser des Dorfes zu sehen.

Auch Anwohner und Urlauber im Küstenort Tazacorte mussten evakuiert werden.

Die Behörden riefen die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. Der Ausbruch sei bisher nicht besonders intensiv. Es wurde jedoch vor der Asche aus dem Vulkan und vor eventuell gesundheitsschädlichen Gasen gewarnt. Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez sagte eine geplante Reise zur UN-Generaldebatte in New York ab und flog nach La Palma. Er sagte allen Geschädigten schnelle Hilfe zu: „Die Bürger der Insel können beruhigt sein, weil der Staat genügend Mittel und Personal zur Verfügung hat“, so Sánchez. 

Die Eruption im Cumbre Vieja hatte sich in den vergangenen Tagen durch tausende kleinere Erdbeben und einer leichten Anhebung des Erdbodens angekündigt. Bereits am vergangenen Mittwoch war für den Vulkan deshalb die höchste Alarmstufe ausgerufen worden. Die Kanaren, zu denen auch die beliebten Ferieninseln Gran Canaria, Teneriffa und Lanzarote gehören, sind vulkanischen Ursprungs. Der letzte Ausbruch des Vulkans in Cumbre Vieja hatte sich 1971 ereignet, er galt jedoch als schlafender Vulkan. 

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ies/sti/ww (dpa/afp)

 




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