Massiver Schwund bei vielen Tierbeständen seit 1970 | Wissen & Umwelt | DW

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Der Niedergang vieler Tierbestände weltweit setzt sich laut einer Untersuchung der Umweltstiftung WWF und der Zoologischen Gesellschaft London seit Jahrzehnten unvermindert fort. Untersucht wird im Bericht nicht das Aussterben von Arten. Aber auch schwindende Bestände sind nicht harmlos in Ökosystemen, wo verschiedene Arten in Wechselbeziehungen stehen.

In den “Living Planet Report 2020” einbezogen wurden rund 21.000 Bestände von mehr als 4400 bedrohten und nicht bedrohten Wirbeltierarten: Säugetiere, Vögel, Fische, Reptilien und Amphibien. Im Durchschnitt schrumpften diese Populationen zwischen 1970 und 2016 um 68 Prozent. Dies ist eine weitere Verschlechterung. Bei dem Bericht von vor zwei Jahren lag der Rückgang der beobachteten Populationen im Schnitt noch bei 60 Prozent.

Ein junger Gorilla hält sich an einem Ast fest (Imago Images/Nature Picture Library/C. Courteau)

Auch Flachlandgorillas in Zentralafrika gehören zu den besonders gefährdeten Arten

Das sei nur ein kleiner Ausschnitt der biologischen Vielfalt, erläuterte der Vorstand für Naturschutz des WWF Deutschland, Christoph Heinrich. Angenommen würde die Existenz von 10 und 20 Millionen Tier- und Pflanzenarten weltweit. Davon werden aber nicht alle konsequent überwacht. Wie es um Insekten steht, wird in diesen Bericht bisher nicht einberechnet.

Der Mensch ist Schuld

Gründe für den Schwund sind in der Regel menschengemacht. Am schwersten wiegt die Veränderung der Landschaft, durch die einen Lebensraum zum Beispiel zerstört wird, wie beim Abholzen des Regenwalds. Der zweitwichtigste Faktor ist die Überbeanspruchung der Bestände durch Jagd. Auch invasive Arten, eingeschleppte Krankheiten und Umweltverschmutzung führen zu dem Rückgang. Der Klimawandel ist, bis auf die Region Süd- und Mittelamerika, eher ein untergeordneter Faktor – bisher.

Als besonders gefährdete Tiere nennt der WWF den Östlichen Flachlandgorilla im Kongo, Lederschildkröten in Costa Rica und Störe im Jangtse – bei den letztgenannten liege der Rückgang seit 1970 bei 97 Prozent. In Deutschland sind demnach Rebhuhn und Kiebitz von deutlichen Bestandsrückgängen betroffen. Hintergrund sei die landwirtschaftliche Nutzung in der Bundesrepublik. Positiv entwickelt hätten sich Bestände großer Vogelarten in Deutschland wie die des Seeadlers. Dank gezielter Schutzmaßnahmen hätten sich sie in erholt.

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Je nach Weltregion schrumpfen die Tierbestände unterschiedlich stark. In Süd- und Mittelamerika liegt der Wert bei 94 Prozent. Im Vergleich auf den ersten Blick steht die Region Europa und Nordasien gut da mit durchschnittlich 24 Prozent Schrumpfung. Doch der Schein trügt. Die stärksten Eingriffe in die Landschaft seien hier vor 1970 und damit vor Beginn des Untersuchungszeitraums geschehen, erklärte Heinrich.

ust/rb (dpa, afp, WWF)




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