Mehr als 30 Tote bei Beschneidungsritual in Südafrika | Aktuell Afrika | DW

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In der südafrikanischen Provinz Ostkap sind seit Monatsbeginn 34 Jugendliche bei einem jährlich stattfindenden Initiationsritus gestorben. Das gab die staatliche Kommission für den Schutz von Kultur-, Religions- und Sprachgruppen (CRL) bekannt. Wie die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) berichtet, fordert die Behörde einen besseren Schutz für junge Männer, die sich dem Beschneidungsritual unterziehen.

„Kultur ist ein Ausdruck von Leben, Identität, Bildung und Technologie. Kultur tötet nicht“, betonte der Vorsitzende der Religions- und Kulturbehörde, David Mosoma. Er macht die Betreiber illegaler Initiationsschulen für die Tode verantwortlich. Diese hätten Familien ihrer Söhne und die Nation ihrer „künftigen Handwerker, Denker, Ärzte, Lehrer, Anführer und Ehemänner“ beraubt.

Todesfälle und Genitalverstümmelungen

Mosoma forderte neben schnellen polizeilichen Ermittlungen auch die Schaffung spezieller Gerichtshöfe: Wer die Tradition missbrauche, müsse zur Rechenschaft gezogen werden. Ein Treffen zwischen der Kommission und der Lokalregierung lasse hoffen, dass ein „Wendepunkt“ erreicht sei.

Beim zweimal jährlich stattfindenden Initiationsritus sollen Jugendliche aus der Xhosa-Volksgruppe ihre Kindheit hinter sich lassen, um Männer zu werden. Die Tradition verlangt eine Beschneidung. Danach müssen sie mehrere Wochen allein in der Wildnis leben.

Südafrikas Gesundheitsministerium schätzt, dass seit dem Ende der Apartheid 1994 mehr als 300 Jugendliche an den Folgen missglückter Beschneidungen starben; andere Quellen sprechen von 800 Toten. Regelmäßig komme es auch zu Amputationen und Tod durch Dehydrierung oder Erfrierungen.

AR/sti (kna)




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