Mehr als 332.000 Corona-Neuinfektionen in Indien | Aktuell Asien | DW

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In den vergangenen 24 Stunden sind in Indien 332.730 Corona-Neuinfektionen registriert worden – so viele wie zuvor in keinem anderen Land der Welt an einem Tag. Zudem starben 2263 Menschen an oder mit COVID-19, wie das Gesundheitsministerium in Neu Delhi mitteilte. Am Donnerstag waren 314.835 Neuansteckungen gemeldet worden. Damit haben sich in den vergangenen vier Tagen in dem südasiatischen Land mehr als eine Million Menschen mit dem Virus infiziert.

Seit Wochen steigen in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land die Zahlen rasant. Bislang hat Indien mehr als 16 Millionen Infektionen erfasst und ist damit hinter den USA am härtesten von der Pandemie betroffen. Offiziell starben mehr als 186.000 Menschen in Indien im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Fachleute gehen von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.

Angehörige von Corona-Patienten warten in einer Schlange auf eine Sauerstoff-Flasche

Angehörige von Corona-Patienten warten in einer Schlange auf eine Sauerstoff-Flasche

Die dramatische zweite Infektionswelle bringe das Gesundheitssystem an den Rand des Zusammenbruchs. Besonders betroffen sind nach Behördenangaben der Westen und Norden Indiens sowie die Hauptstadt Neu Delhi.

Eine Corona-Patientin in einem Krankenwagen vor der Klinik in Kolkata

Eine Corona-Patientin wartet im Krankenwagen auf die Aufnahme im Hospital in Kolkata (früher: Kalkutta)

In den Krankenhäusern mangelt es an Klinikbetten, medizinischem Sauerstoff, Medikamenten und Tests. Vor vielen Hospitälern warten Krankenwagen mit Corona-Patienten in langen Schlangen darauf, dass ein Bett frei wird. Die Verwaltungen der Krankenhäuser bitten eindringlich um Hilfe – genauso wie Angehörige schwerkranker Patientinnen und Patienten. Corona-Tote stapeln sich in Krematorien und auf Friedhöfen.

In vielen indischen Krankenhäusern ist zudem die Ausstattung veraltet oder mangelhaft. Dies wurde wohl auch den Corona-Patienten in einer Klinik in Virar nahe der indischen Millionenstadt Mumbai zum Verhängnis. 13 von ihnen kamen auf der Intensivstation bei einem Feuer ums Leben, das aus noch ungeklärter Ursache ausgebrochen war. 

Indien Coronavirus l Brand im Krankenhaus in Virar bei Mumbai

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Suche nach der Ursache des Feuers im Krankenhaus von Virar

Die hohe Zahl an Neuinfektionen hat nach Erkenntnissen von Experten mehrere Ursachen. Zum einen gibt es im Umgang mit dem Virus nach wie vor eine weit verbreitete Sorglosigkeit. Bei Massenveranstaltungen für anstehende Regionalwahlen und religiösen Festen wird oftmals weder auf einen Sicherheitsabstand geachtet, noch werden Gesichtsmasken getragen.

Indien: Kumbh Mela in Haridwar

Ein “Reinigungsbad” im Ganges am 12. April zum Kumbh Mela-Fest, dem wichtigsten religiösen Fest im Hinduismus

Zum anderen dürfte die Virusmutation B.1.617 eine Rolle spielen. Die indische Variante steht bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung. Sie ist laut Experten eine Kombination der kalifornischen, brasilianischen, britischen und südafrikanischen Virusmutationen.

Virus-Mutante B1.617 auch in Belgien

Die Variante wurde jetzt auch bei einer Gruppe von 20 indischen Studenten nachgewiesen, die Mitte April nach der Landung in Paris per Bus nach Belgien weiter reisten, wie die Behörden in Brüssel bekannt gaben. Die Studenten stehen unter Quarantäne. 

Die Variante B.1.617 war erstmals im Oktober in Westindien entdeckt worden. Sie trägt vor allem zwei Mutationen im Spike-Protein des Virus, mit dem sich der Erreger an menschliche Zellen andockt.      

Diese “Doppel-Mutante” trat auch in anderen Staaten schon auf, darunter in den USA, Australien, Israel, Singapur und in Deutschland. Viele Länder haben deshalb Einreisesperren für Reisende aus Indien erlassen oder Reisewarnungen ausgegeben. Das Auswärtige Amt in Berlin ruft Deutsche in Indien auf, die nicht gegen Corona geimpft sind, “eine temporäre Rückkehr nach Deutschland bis zur Stabilisierung der medizinischen Versorgungslage zu erwägen”.

Kanada verbot inzwischen Flüge aus Indien und auch aus Pakistan. Verkehrsminister Omar Alghabra verwies zur Begründung auf zahlreiche Corona-Fälle bei Reisenden aus diesen beiden Ländern. Das Verbot gilt zunächst für 30 Tage für Passagiermaschinen, Frachtflüge bleiben ausgenommen.

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se/sti (dpa, kna, ap, afp, rtr) 




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