Mehr als 40 Tote bei Waldbränden in Algerien | Aktuell Europa | DW

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Algeriens Ministerpräsident Ayman Ben Abdel Rahman sagte am Dienstagabend im staatlichen Fernsehen, die Zahl der Todesopfer in Folge der Brände sei auf mindestens 42 gestiegen, darunter 25 Angehörige des Militärs. Soldaten sei es aber gelungen, mehr als 100 Menschen aus den lodernden Flammen in den Regionen Tizi Ouzou und Bejaia zu befreien. Bejaia ist eine stark bewaldete und dicht besiedelte Bergregion östlich der Hauptstadt Algier.

Insgesamt loderten in Algerien mehr als 100 Brände in 17 Regionen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur APS unter Berufung auf die zuständige Behörde für Wälder. Allein in Tizi Ouzou wüteten 22 Feuer. Zahlreiche Häuser dort seien in Schutt und Asche gelegt worden, melden lokale Medien. Hotels seien angewiesen worden, Menschen aufzunehmen, die ihre Wohnungen verloren haben. Aus der Hauptstadt sollen Lastwagen mit Zelten, Betten, Medizin und Lebensmitteln nach Tizi Ouzou entsandt werden.

Waldbrände in Algerien

Verzweifelter Einsatz in Algerien gegen die Flammen – professionelle Ausrüstung Fehlanzeige

Algerien leidet wie viele Länder am Mittelmeer derzeit unter brütender Sommerhitze von weit über 40 Grad Celsius. Die Wasserreserven des Landes werden knapp. Der für die Versorgung wichtige Taksebt-Stausee im Atlasgebirge ist praktisch ausgetrocknet.

Tunesische Politiker vermuten bei vielen Bränden aber Brandstiftung. Ministerpräsident Ben Abdel Rahman sagte, ein Teil der Feuer sei absichtlich gelegt worden. Innenminister Kamel Beldjoud nannte es „unmöglich, dass 50 Brände gleichzeitig ausbrechen“. Der staatliche Rundfunk meldete die Festnahme von mehreren mutmaßlichen Brandstiftern.

Flammenfront auf dem Peleponnes

Auf der griechischen Halbinsel Peleponnes und der Insel Euböa dauert der verzweifelte Kampf gegen die verheerenden Brände an. Zahlreiche Brandherde loderten auf Euböa mit Einbruch der Dunkelheit wieder auf, auch weil Löschflugzeuge und Hubschrauber in der Nacht aus Sicherheitsgründen am Boden bleiben müssen. Feuerwehrleute und Helfer versuchen, die Kleinstadt Istiea und umgebende Orte vor den Flammen schützen. Die Behörden riefen tausende Menschen in der Region auf, sich in Sicherheit zu bringen. Bürgermeister Giannis Kotzias sprach von einem erbitterten „Nahkampf“ gegen das Feuer, Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis von einer „Naturkatastrophe beispiellosen Ausmaßes“.

Waldbrände in Griechenland Euböa.

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Feuer auf der griechischen Insel Euböa – hier Einsatzkräfte in der Nähe des Dorfes Pefki

Auf dem Peloponnes sind die Waldbrände wieder außer Kontrolle geraten. Am Dienstagabend war die Feuerfront in der Gemeinde Gortynia im Westen rund zehn Kilometer lang, wie griechische Medien berichteten. Mindestens 19 Dörfer wurden evakuiert, im Ort Pirris brannten Häuser. Die Einsatzkräfte wurden noch in der Nacht verstärkt, um Richtung Norden eine Barriere zu bilden, damit die Flammen sich nicht weiter in Richtung der Präfektur Ilia vorarbeiten können, wo auch das antike Olympia liegt.

qu/wa (dpa, afp, rtr)




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