Merkel und Macron sind auf einer Linie | Aktuell Deutschland | DW

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Das Treffen im Berliner Bundeskanzleramt war von guter Stimmung geprägt. Bei einem Abendessen sahen Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron viele Themen sehr ähnlich und die Europäische Union im Hinblick auf die Türkei und Russland vor großen Herausforderungen stehen.

Zum Türkei-Verhältnis sagte Merkel: “Einerseits gibt es Meinungsverschiedenheiten, anderseits sind wir aufeinander angewiesen, wenn wir bestimmte Fragen gemeinsam gestalten wollen.” Explizit nannte sie die Migrationsfrage, die Zukunft Libyens und die Zukunft Syriens.

Angela Merkel empfängt Emmanuel Macron in Berlin

… ihr Gast aus Paris greift die Begrüßungszeremonie auf

Mit Blick auf das Verhältnis zu Moskau wies die Kanzlerin darauf hin, Russland sei der große kontinentale Nachbar der EU. “Wir müssen feststellen, dass wir alle hybriden Angriffen ausgesetzt sind. Aber, wir haben auf der anderen Seite ein großes Interesse, wenn wir Sicherheit und Stabilität in der Europäischen Union wollen, dass wir auch mit Russland im Gespräch bleiben, so schwer es auch ist.”

Der Staatsgast aus Paris stimmte ihr voll zu: “Ich teile alles, was zur Türkei und zu Russland gesagt wurde.” In den Beziehungen zur Türkei müssten Positionen der EU-Länder Griechenland und Zypern sowie die eigene strategische Position im östlichen Mittelmeer, im Nahen Osten, in Libyen und im Kaukasus beachtet werden, ergänzte Macron.

Merkel und Macron bei der Pressekonferenz

Merkel und Macron bei der Pressekonferenz

Merkel dankte US-Präsident Joe Biden dafür, den Dialog mit der russischen Regierung aufgenommen zu haben. Einig waren sich die beiden Politiker darin, dass man das aktuelle Engagement Washingtons begrüßen sollte.

Merkel warnt vor Ausbreitung der hoch ansteckenden Delta-Variante 

Auch die derzeitige Fußball-Europameisterschaft war Thema beim Abendessen. Merkel mahnte angesichts der aggressiven Delta-Variante des Coronavirus zu großer Vorsicht. “Es ist schön, dass jetzt in München zum Beispiel wieder 14.000 Fans sein können. Aber wenn ich vollkommen besetzte Stadien sehe in anderen Ländern Europas, dann bin ich ein bisschen skeptisch, ob das jetzt schon die richtige Antwort auf die augenblickliche Situation ist”, sagte sie.

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Auch Macron ließ Sorge über die Sicherheit der Fans erkennen. Zugleich meinte der Präsident, er gehe davon aus, dass die EM-Organisatoren sehr wachsam seien. Derzeit wird überlegt, Spiele der Finalwoche nicht wie geplant in Großbritannien stattfinden zu lassen. Im Königreich herrscht die erstmals in Indien festgestellte Delta-Variante bereits vor, die Infektionszahlen steigen dort seit geraumer Zeit wieder stark an.

Das Gespräch zwischen Merkel und Macron diente auch der deutsch-französischen Abstimmung vor dem Europäischen Rat, zu dem die Staats- und Regierungschefs der EU am 24. und 25. Juni in Brüssel zusammenkommen.

se/bru (afp, dpa, ntv) 




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