Millionen in Myanmar von Hunger bedroht | Aktuell Asien | DW

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“Immer mehr Menschen verlieren ihre Arbeit und können sich kein Essen mehr leisten“, stellte Stephen Anderson vom Welternährungsprogramm (WFP) fest. Von den 54 Millionen Einwohnern könnten 3,4 Millionen Menschen in den nächsten sechs Monaten nicht mehr genug zu essen haben – zusätzlich zu den 2,8 Millionen, die bereits vor dem Umsturz unter fehlender Ernährungssicherheit litten, warnte er.

Das WFP kündigte an, seine Hilfen auf gut drei Millionen Menschen auszuweiten, vor allem auf Bewohner von Slums und Flüchtlinge. Die Corona-Pandemie und die politische Krise seit dem Militärputsch hätten die ohnehin bestehende Armut vergrößert, so die UN-Organisation. Für die humanitäre Versorgung in den nächsten sechs Monaten beziffert das WFP den Finanzbedarf auf 106 Millionen US-Dollar (88 Millionen Euro).

Myanmar Ernährungslage

Nächtliche Suche nach Essbarem in Abfallcontainern – in Yangon keine Seltenheit

Besorgniserregend sei auch der Preisanstieg bei Lebensmitteln und Treibstoffen. Besonders drastisch stiegen die Preise in den von ethnischen Minderheiten bevölkerten Grenzstaaten wie Rakhine, Kachin und Chin. Der Kachin-Staat zählt zu jenen Regionen, in denen die Kämpfe zwischen Rebellen und dem Militär seit dem Putsch wieder aufgeflammt sind. Erneut mussten zahlreiche Zivilisten fliehen.

Widerstand gegen die Machthaber

Myanmars Armee hatte am 1. Februar die Macht übernommen und die De-facto-Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi in Gewahrsam genommen. Seitdem kommt es zu landesweiten Massenprotesten gegen die Militärmachthaber. Mehr als 700 Menschen wurden bei Demonstrationen erschossen.

Vertreter des südostasiatischen Staatenbunds ASEAN wollen am Samstag in Jakarta über die Krise in ihrem Mitgliedsland beraten und sich trotz der Corona-Pandemie persönlich treffen. Anfang März gab es bereits eine Online-Konferenz der Außenminister des Staatenbundes.

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uh/wa (dpa, epd)

 




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