Mladić bleibt für immer in Haft | Aktuell Europa | DW

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Ratko Mladić war bereits 2017 wegen seiner Verantwortung für das Massaker von Srebrenica sowie weiterer Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er legte Berufung gegen die Verurteilung ein und forderte einen Freispruch.

Ratko Mladić gilt als einer der Hauptverantwortlichen für Kriegsverbrechen und Völkermord während des Bosnien-Krieges, in dessen Verlauf etwa 100.000 Menschen getötet und 2,2 Millionen Menschen in die Flucht getrieben wurden. In der bosnischen Stadt Srebrenica hatten bosnisch-serbische Soldaten 1995 mehr als 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet. Mladić weist bis heute jede Verantwortung dafür zurück.

“Der Schlächter von Bosnien”

Zu Beginn des Kroatien-Krieges im Juni 1991, als sich viele in Kroatien lebende Serben gegen die Unabhängigkeit der bisher jugoslawischen Teilrepublik auflehnten, wurde Mladić, damals Oberst der jugoslawischen Armee, Kommandeur des 9. Korps in Knin nahe der Grenze zu Bosnien. Seine Aufgabe: serbische Milizen zu organisieren und sie im Kampf gegen die kroatische Unabhängigkeit zu unterstützen. Unter seinem Kommando wurden die Städte Šibenik und Zadar bombardiert und die kroatische Bevölkerung aus vielen Ortschaften vertrieben.

Serbien | ehemaliger General Ratko Mladic

Ratko Mladić, Befehlshaber der bosnischen Serben in Bosnien-Herzegowina 1994

Im Mai 1992 wurde Mladić nach Bosnien und Herzegowina versetzt. Inzwischen zum General aufgestiegen, wurde er Kommandeur der serbischen Truppen dort und kämpfte dafür, eine Landverbindung zwischen den von seinen Soldaten eroberten Gebieten im Osten und Westen des Landes zu schaffen. Die Belagerung und den Beschuss der Hauptstadt Sarajevo mit Artillerie befahl Mladić persönlich.

523 Prozesstage

Im Mai 2011 wurde Mladić in Serbien verhaftet – der internationale Druck auf die damalige Regierung in Belgrad war zu groß geworden. In dem 523 Tage dauernden Prozess gegen den “Schlächter von Bosnien” wurden fast 600 Zeugen angehört.

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Er trage immer eine Giftpille mit sich, hatte Mladić seinen Verfolgern ausrichten lassen, als er noch auf der Flucht war. Lebend würde man ihn nicht fassen. Geschluckt hat er diese Pille nicht; inzwischen hat er drei Schlaganfälle im Gefängnis überstanden.

Seine Tochter dagegen beging 1994, noch vor Ende des Krieges, Selbstmord. Es heißt, dass sie die Verbrechen, die ihrem Vater in Kroatien und Bosnien vorgeworfen werden, nicht ertragen konnte. Sie schoss sich in den Kopf – mit jener “Zastava”-Pistole, die ihr Vater als bester Kadett seines Jahrgangs einst von der jugoslawischen Militärakademie erhalten hatte.

hf/uh (dpa, afp,dw)




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