Mordanschlag auf niederländischen Journalisten | Aktuell Europa | DW

Mordanschlag auf niederländischen Journalisten | Aktuell Europa | DW

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Peter R. de Vries war beim Verlassen eines Fernsehstudios auf offener Straße niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Ein Unbekannter feuerte nach Angaben von Augenzeugen mehrere Schüsse auf den Journalisten ab. Er ist im Krankenhaus. “Peter R. de Vries kämpft um sein Leben”, sagte zutiefst bestürzt die Bürgermeisterin von Amsterdam, Femke Halsema.

Hintergrund noch unklar

Nach der Festnahme von drei Verdächtigen hofft die Polizei auf eine schnelle Aufklärung der Tat. Über die Hintergründe wurde noch nichts mitgeteilt. Eine Sonderkommission wurde eingesetzt. Der Journalist ist zur Zeit Vertrauensperson des Kronzeugen in einem großen Prozess gegen das organisierte Verbrechen. Er ist auch international bekannt für seine Berichte über spektakuläre Verbrechen.

Polizei sperrt Strasse ab - viele Schaulustige

Entsetzen am Tatort im Zentrum Amsterdams

Der Anschlag hat das Land geschockt, TV-Sender berichteten in Sondersendungen über die Tat. Premierminister Mark Rutte und Justizminister Ferd Grapperhaus waren mit der Anti-Terrorismusbehörde zusammengekommen. “Dies ist ein Anschlag auf einen mutigen Journalisten und daher auch ein Anschlag auf die Pressefreiheit, die essenziell für die Demokratie und den Rechtsstaat ist”, sagte Rutte.

“Journalisten müssen ohne Bedrohung und frei ihre wichtige Arbeit tun können”, ließen König Willem-Alexander und seine Frau Máxima verlauten. Auch Politiker mehrerer Parteien und die Journalistengewerkschaft reagierten entsetzt.

De Vries ist der führende Kriminalreporter der Niederlande. Regelmäßig ist er auch Gast bei Talkshows. International bekannt wurde der Reporter 1987 mit seinem Bestseller über die Entführung des Bierbrauers Freddy Heineken.

Rutte hinter Mikrofonen, Grapperhaus im Hintergrund

Entsetzen bei Ministerpräsident Mark Rutte und Justizminister Ferd Grapperhaus

Barometer der Pressefreiheit

Anschläge auf Journalisten sind in Europa vergleichsweise selten – werden aber mit großer Aufmerksamkeit verfolgt. Zuletzt machte der tödliche Anschlag auf einen griechischen Journalisten Giorgos Karaivaz  Schlagzeilen. Auch die Ermordung der Investigativjournalistin Daphne Caruana Galizia auf Malta und des slowakischen Journalisten Jan Kuciak stehen immer noch im Fokus der Öffentlichkeit.

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Die Nichtregierungsorganisation “Reporter ohne Grenzen” zählt in ihrem “Barometer der Pressefreiheit 2021” bislang zwölf Journalisten, deren Tod nachweislich im Zusammenhang mit ihrer beruflichen Tätigkeit steht. Sie arbeiteten in Afghanistan, Aserbaidschan, Bangladesch, Burkina Faso, Indien, Griechenland, Libanon, Mexiko und Somalia.

fab/AR (dpa, ape)




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