Myanmar lässt Tausende politische Gefangene frei | Aktuell Asien | DW

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Die Haftanstalt ist für brutale Foltermethoden bekannt. Angehörige und Freunde harrten stundenlang vor Gefängnissen in dem südostasiatischen Krisenland aus, viele Menschen lagen sich weinend in den Armen.

Bis zum Dienstagmorgen wurden Augenzeugen zufolge mehrere Hundert Häftlinge freigelassen. Viele weitere sollen im Laufe des Tages folgen. „Zwei meiner Freunde wurden gestern Nacht entlassen“, sagte Lin Lin, ein Bürger aus Myanmar, der Deutschen Presse-Agentur. „Ich habe seit dem Abend vor dem Insein-Gefängnis gewartet und bin so froh, die beiden zu sehen.“

Mindestens 7000 sind noch in Haft

Nach Angaben der Gefangenenhilfsorganisation AAPP wurden seit dem Putsch vom 1. Februar mehr als 9000 Menschen wegen ihres Widerstands gegen die Junta inhaftiert. Derzeit sollen noch rund 7300 im Gefängnis sitzen. Mindestens 1181 Menschen wurden getötet.

Russland 9. Moskauer Konferenz für internationale Sicherheit l Min Aung Hlaing, Myanmar

Der ASEAN-Verband macht Druck auf General Min Aung Hlaing

Unter den jetzt frei Gelassenen befindet sich auch der Parteisprecher der bisherigen De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. „Sie kamen heute zu mir und sagten, dass sie mich nach Hause bringen werden, das ist alles,“ sagte er nach mehr als acht Monaten im berüchtigten Insein-Gefängnis.

Die Amnestie wird von einigen Aktivisten als ein Versuch der Militärs bezeichnet, das internationale Ansehen wiederherzustellen. Druck des ASEAN-Verbandes ist aber ein weiterer entscheidender Grund: General Min Aung Hlaing, der das südostasiatische Land  seit dem Putsch am 1. Februar führt, war zuvor in einem für den Verband ungewöhnlichen Schritt vom Asean-Gipfel ausgeschlossen worden.

Druck von Außen kann helfen

„Die Freilassungen sind eindeutig nicht darauf zurückzuführen, dass die Junta sich geändert hätte“, teilte der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar, Tom Andrews, mit. Die willkürliche Festnahme und Verfolgung von Menschen, die nur ihre grundlegenden Menschenrechte ausübten, gehe unvermindert weiter. Die Amnestie sei vielmehr eine Folge des Drucks, „der innerhalb und außerhalb von Myanmar auf die Junta ausgeübt wird“, so Andrews. 
haz/nob (dpa, rtr)

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