Myanmar sperrt eigenen Botschafter aus | Aktuell Europa | DW

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Kyaw Zwar Minn ist ein erklärter Gegner der Militärjunta in seinem Land. Öffentlich hatte Myanmars Botschafter in Großbritannien die Putschisten aufgefordert, die entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi sowie Präsident Win Myint freizulassen. Deshalb wollten ihn die Generäle bereits im vergangenen Monat abberufen. Nun sorgte der Militärattaché dafür, dass Kyaw Zwar Minn die Botschaft im Zentrum der britischen Hauptstadt nicht mehr betreten kann.

Über den Militärattaché und andere, die nach seiner Schilderung die diplomatische Vertretung “besetzt” halten, sagte der Botschafter der Zeitung “Daily Telegraph”: “Als ich die Botschaft verließ, stürmten sie ins Innere und sagten, sie hätten eine Anweisung aus der Hauptstadt erhalten, mich nicht hinein zu lassen.” Vor dem Gebäude protestierten Demonstranten gegen die Aussperrung des Botschafters. Kyaw Zwar Minn forderte von der britischen Regierung, seinen Nachfolger nicht anzuerkennen.

Außenminister Dominic Raab stellte sich auf Twitter ausdrücklich hinter den abgesetzten Botschafter. Er bezeichnete die Ereignisse in London als “Schikane” und lobte Kyaw Zwar Minn für seinen Mut. “Großbritannien ruft weiterhin dazu auf, den Putsch und die entsetzliche Gewalt zu beenden und die Demokratie rasch wiederherzustellen”, twitterte Raab. Die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien gehört zu den schärfsten Kritikern der Militärjunta in Myanmar. Erst vergangene Woche hatte London weitere Sanktionen gegen die Generäle in dem südostasiatischen Land verhängt.

Myanmar Dawei | nach Militärputsch | Protest

Riskant: Protest von Studenten und Angestellten der Technischen Universität Dawei gegen das Militär (vom 4. April)

Seit dem Militärputsch am 1. Februar geht die Armeeführung äußerst brutal mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition gegen friedliche Demonstranten vor. Nach Angaben einer örtlichen Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) wurden bis jetzt schon fast 600 Menschen bei den Protesten getötet, darunter auch etwa 50 Kinder. Allein an diesem Mittwoch sollen elf Demonstranten von Sicherheitskräften getötet worden sein.

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rb/mak (AFP, AP, dpa, Reuters)




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