Myanmar: Wo ist Aung San Suu Kyi? | Aktuell Asien | DW

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In Myanmar herrscht Sorge um De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Die 75-jährige Friedensnobelpreisträgerin soll laut Medien vom Militär an einen unbekannten Ort gebracht worden sein. “Wir wissen nicht mehr, wo sie ist”, zitiert die Nachrichten-Website “Myanmar Now” einen Vertreter von Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD).

Suu Kyi war nach dem Militärputsch Anfang Februar in der Hauptstadt Naypyidaw unter Hausarrest gestellt worden. Myanmars Armee hatte am 1. Februar die Macht an sich gerissen. An dem Tag hätte das im November gewählte Parlament zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen sollen. Die NDL hatte die Wahl mit großem Vorsprung gewonnen, das Militär erkennt das Ergebnis aber nicht an und spricht von Betrug.

“Die Polizei schlug zu und schoss auf uns”

In den beiden größten Städten des Landes gibt es seit Wochen Demonstrationen für die Wiedereinsetzung der gewählten Regierung. In Mandalay wurden mehrere Menschen bei Auseinandersetzungen mit Sicherheitskräften verletzt. In Rangun löste die Polizei eine Protestkundgebung unter Androhung von Gewalt auf.

Ein einzelner Mann mit einem Protestschild steht auf einer Straße in Yangon, Myanmar, bewaffneten Sicherheitskräften gegenüber

In Rangun sollen Sicherheitskräfte mit scharfer Munition die Protestierenden auseinandergetrieben haben

Eine Aktivistin sagte der Deutschen Welle, die Polizei habe bereits am Vortag das Feuer auf die Protestierenden eröffnet. “Bis gestern gab es keine gewalttätigen Zusammenstöße in Rangun. Dann aber setzten Anhänger des Militärs scharfe Munition ein und griffen die Demonstrierenden an, wobei einige fast getötet wurden. Auch heute ging die Polizei auf uns los und schlug uns und schoss auf uns.”

Mehrere Festnahmen in Rangun

Staatlichen Medien zufolge wurden von den Behörden Blendgranaten eingesetzt und Schüsse mit scharfer Munition in die Luft abgefeuert, um die Protestierenden auseinanderzutreiben. “Wenn die Leute sich nicht zerstreuen, werden wir sie mit Gewalt auseinandertreiben müssen”, hieß es nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP vonseiten der Sicherheitsbehörden. Demnach wurden mindestens sechs Menschen festgenommen, darunter ein japanischer Journalist.

Ein verwundeter Demonstrant wird in Mandalay von Helfern versorgt

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Bei den jüngsten Protesten in Mandalay wurden Demonstrierende verletzt

Während die Sicherheitskräfte in einigen Städten wie Mandalay und der Hauptstadt Naypyidaw zuletzt mit massiver Gewalt gegen die Demonstrationen vorgegangen waren, hatten sie sich in Rangun bislang zurückgehalten.

Myanmar Thema bei UN-Vollversammlung

Auf der Vollversammlung der Vereinten Nationen rief der – noch unter der De-facto-Regierung von Suu Kyi berufene – UN-Botschafter von Myanmar, Kyaw Moe Tun, die internationale Gemeinschaft dazu auf, der Machtübernahme durch die Militärjunta in seinem Land ein Ende zu setzen.

Es brauche eine möglichst starke Aktion, um die Demokratie in Myanmar wiederherzustellen und den Militärputsch zu beenden, verlangte er unter dem Beifall anderer UN-Diplomaten.

Auch die UN-Sonderbeauftragte für Myanmar, Christine Schraner-Burgener, forderte, es sei Zeit angesichts der Ereignisse in Myanmar “Alarm zu schlagen”. Die neue UN-Botschafterin der USA, Linda Thomas-Greenfield, sagte, die Vereinigten Staaten stünden “in Solidarität” mit den Menschen in Myanmar. Sie wiederholte die Aufforderung von US-Präsident Joe Biden an die Militärjunta, “die Macht sofort abzugeben.”

cw/jj (ap, afp, rtr)




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