Nach Dauerregen knapp 70 Menschen vermisst | Aktuell Deutschland | DW

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Die sechs Gebäude stürzten in der Nacht in dem Eifelort Schuld wegen Überflutungen und Dauerregens ein. Eine Vielzahl von Häusern ist laut Polizei Koblenz instabil und einsturzgefährdet. Nach Angaben der Polizei ist die Zahl der Vermissten in rheinland-pfälzischen Eifelorten inzwischen auf fast 70 Menschen angestiegen.

In mehreren weiteren Ortschaften sitzen Menschen in Häusern fest, die von Wasser eingeschlossen sind. Geplant sind Rettungen aus der Luft, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtet. In mehreren Kreisen in Rheinland-Pfalz hatten die Behörden zuvor den Katastrophenfall ausgerufen.

Deutschland | Unwetter in Rheinland-Pfalz

Wassermassen in Esch im Kreis Ahrweiler

Im Landkreis Ahrweiler seien Menschen auf die Dächer ihrer Häuser geflüchtet und warteten dort auf die Rettungskräfte. Laut Polizei sterben im Kreis mindestens vier Menschen in Folge der Unwetter. Die genauen Umstände seien noch unklar. Die Opfer wurden demnach an mehreren Orten gefunden.

Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm ist die Situation wegen Hochwassers nach Angaben eines Kreis-Sprechers extrem gefährlich. Zwei Helfer des Technischen Hilfswerks seien von den Fluten eingeschlossen, es besteht Lebensgefahr, wie der SWR berichtete. Wegen des Hochwassers sind alle Zufahrtswege zur 2000 Einwohner-Gemeinde Kordel im Landkreis Trier-Saarburg abgeschnitten.

Damm der Steinbachtalsperre droht zu brechen

Der Damm der Steinbachtalsperre in Euskirchen im Südwesten von Nordrhein-Westfalen droht aufgrund des Unwetters zu brechen. Eine nahegelegene Autobahn wurde vollgesperrt, wie die Polizei mitteilte. Zur Beobachtung des Dammes seien das Technische Hilfswerk (THW) und die Polizei vor Ort. Die Talsperre drohte aufgrund des stundenlangen Starkregens zeitweise überzulaufen, das Wasser schwappte bereits über die Dammkrone der Staumauer. Inzwischen ist der Pegelstand laut THW leicht gesunken. Von Entwarnung könne aber keine Rede sein.

Überschwemmung nach Unwetter in der Eifel

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Feuerwehrleute versuchen im Ahrtal mit Sperrwänden Schlimmeres zu verhindern

Auch andere Talsperren in Nordrhein-Westfalen sind nach dem andauernden Starkregen, den das Tiefdruckgebiet “Bernd” mitbrachte, am Limit. In Hückeswagen im Oberbergischen Kreis lief die Bevertalsperre über. Das Wasser laufe aktuell unkontrolliert über den Rand der Staumauer, teilte ein Sprecher der Leitstelle am frühen Donnerstagmorgen mit. Mehr als 1000 Menschen mussten demnach ihre Häuser verlassen.

Nach enormen Regenfällen haben die Behörden im Bergischen Land zudem einen unkontrollierten Überlauf der Wupper-Talsperre befürchtet. Einsatzkräfte der Feuerwehr können das Wasser nach Angaben eines Sprechers der Leitstelle Oberbergischer Kreis mittlerweile jedoch kontrolliert ablaufen lassen. Aus Sicherheitsgründen wurden die Anwohner der Wupper in Radevormwald aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen.

Tief “Bernd” führte bereits am Mittwoch vielerorts zu Alarm: Es kam zu Erdrutschen, Straßen wurden überspült, hunderte Keller liefen voll und der Bahn- und Straßenverkehr war gestört. Der massive Dauerregen betraf neben Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz auch das Saarland, Baden-Württemberg, Sachsen und Bayern. Die Behörden erwarten, dass die Pegel der Flüsse in den kommenden Tagen weiter steigen. Insgesamt starben bei den Unwettern seit gestern in Deutschland mindestens neun Menschen.

qu/ml (dpa, afp, rtr, SWR)




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