NATO: Russland rüstet in Belarus massiv auf | Aktuell Europa | DW

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Die NATO spricht im Hinblick auf die Verlegung russischer Truppen nach Belarus von der größten Militäraktion seit Ende des Kalten Krieges. Mit den Kampftruppen kämen auch Kampfflugzeuge, atomar bestückbare Iskander-Raketen, Luftabwehrsysteme vom Typ S-400 und Spezialeinheiten des Militärgeheimdienstes GRU nach Belarus, machte NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Brüssel am Rande eines Treffens mit dem nordmazedonischen Ministerpräsidenten Dimitar Kovacevski deutlich. „Wir sprechen also über eine breite Palette moderner militärischer Fähigkeiten. All dies wird kombiniert mit Russlands jährlicher Atomwaffenübung, die in diesem Monat stattfinden soll“, sagte Stoltenberg weiter.

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg (r.) und Nordmazedoniens Regierungschef Kovacevski

NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg (r.) und Nordmazedoniens Regierungschef Kovacevski

Der NATO-Generalsekretär bekräftigte, die Allianz sei entschlossen, eine politische Lösung für die Krise zu finden, „aber wir müssen auf das Schlimmste vorbereitet sein“. Stoltenberg begrüßte die Angebote mehrerer Verbündeter, darunter die USA, Truppen und Ausrüstung zur Verstärkung der Ostflanke des Bündnisses in östliche Partnerländer zu verlegen.

Der Kreml bezeichnete das Vorgehen der NATO nochmals als „destruktiv“. Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu traf an diesem Donnerstag in Minsk, der Hauptstadt von Belarus ein, um das für den 10. bis 20. Februar geplante Manöver zwischen beiden Ländern vorzubereiten. Schoigu kam mit dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko zusammen. Dieser meinte, Ziel sei es, „die Grenze zur Ukraine zu verstärken“. Nach Angaben aus Moskau beteiligen sich an dem gemeinsamen Manöver weniger als 13.000 Soldaten.

Russische Truppen an der Grenze zur Ukraine

Um den Konflikt zu entschärfen, laufen die diplomatischen Bemühungen auf Hochtouren. Der NATO-Partner Türkei positioniert sich als weiterer Vermittler. Nach einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hält sich der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan an diesem Donnerstag in der Ukraine auf. Der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow begrüßte vor Erdogans Ankunft in Kiew dessen Vorschlag, in der Türkei Friedensgespräche mit Russland zu führen.

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Bislang haben sich die direkten Kontakte der Ukraine mit Russland auf das sogenannte Normandie-Format konzentriert, in dem Deutschland und Frankreich zwischen beiden Seiten vermitteln. Bundeskanzler Olaf Scholz will sich unterdessen weiter mit den Präsidenten Frankreichs und Polens abstimmen. Wie es aus dem Élyséepalast in Paris hieß, ist ein Treffen des sogenannten Weimarer Dreiecks in Berlin geplant. Nach einem Datum werde noch gesucht.

Emmanuel Macron und Olaf Scholz

Der französische Präsident Emmanuel Macron (l.) am 25. Januar mit Kanzler Olaf Scholz in Berlin

Macron will nochmals mit Putin telefonieren

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron telefonierte in den vergangenen Tagen bereits zwei Mal mit seinem russischen Kollegen Putin. Am Donnerstagabend stehen weitere Telefongespräche mit Putin und auch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj an. Scholz will in Kürze zu einem Treffen mit Putin nach Moskau fliegen.

Angesichts westlicher Berichte über einen Aufmarsch von weit mehr als 100.000 russischer Soldaten an der Nord- und Ostgrenze der Ukraine besteht die Sorge, dass der Kreml einen Einmarsch in sein Nachbarland plant. Moskau bestreitet das. Für möglich wird auch gehalten, dass Russland die NATO auf diesem Weg dazu bringen will, eine weitere Ostererweiterung und insbesondere eine Aufnahme der Ukraine auszuschließen. Zudem verlangt Putin einen Rückzug von NATO-Truppen aus östlichen Bündnisstaaten.

se/fab (ap, dpa, afp, rtr)




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