Neuauflage der besonderen Beziehung | Aktuell Europa | DW

Neuauflage der besonderen Beziehung | Aktuell Europa | DW

0 Von


Der britische Premierminister Boris Johnson und US-Präsident Joe Biden einigten sich im südwestenglischen Seeort Carbis Bay auf eine Erneuerung der Atlantik-Charta, die beide Staaten 1941 während des Zweiten Weltkrieges beschlossen hatten. Der damalige US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt und der damalige britische Regierungschef Winston Churchill definierten darin die gemeinsamen internationalen Grundsätze Washingtons und Londons.

In einer Mitteilung der Londoner Regierung heißt es, Großbritannien und die USA vereinbarten in ihrer Charta nun, “zum Wohle der Menschheit zusammenarbeiten”.  Viele Bestandteile des neuen Bundes basierten auf gemeinsamen Werten, etwa der Verteidigung der Demokratie, der Bedeutung der kollektiven Sicherheit und des Aufbaus fairer und nachhaltiger globaler Handelssysteme, hieß es in der Mitteilung weiter.

Premier Johnson and U.S. Präsident Biden beim G7-Treffen in Cornwall

Begleitet wurden die beiden Politiker von ihren Ehefrauen Jill Biden und Carrie Johnson

Zusätzlich werde die Charta auch neue Gefahren wie Cyberkriminalität, Klimawandel und Pandemien berücksichtigen. Johnson sagte: “Vor 80 Jahren standen der US-Präsident und der britische Premierminister Seite an Seite für das Versprechen einer besseren Zukunft. Heute tun wir dasselbe.”

Konfrontation mit dem britischen Brexit-Minister

Getrübt wurde die Stimmung allerdings von Unstimmigkeiten wegen Brexit-Problemen in der britischen Provinz Nordirland. Laut britischen Medien wollte Biden dem britischen Premier deutlich machen, dass Großbritannien sich hinter das sogenannte Nordirland-Protokoll, einen Teil des Brexit-Vertrags, stellen müsse. Wie die Zeitungen “Times” und “Guardian” berichten, warf die US-Top-Diplomatin Yael Lempert dem britischen Brexit-Minister David Frost bei einem Treffen vor, Großbritannien habe im Streit mit der EU um Handelsfragen die Rhetorik angeheizt. Dies gefährde den Frieden in der früheren Bürgerkriegsregion Nordirland.

Das Protokoll sieht vor, dass Nordirland weiterhin den Regeln des EU-Binnenmarkts folgt. Damit soll eine Warengrenze zum EU-Mitglied Irland verhindert werden, um nicht neue Spannungen zu provozieren. Notwendig werden damit aber Kontrollen zwischen Nordirland und dem Rest des Vereinigten Königreichs, die für Schwierigkeiten im Handel sorgen. Beide Seiten machen sich gegenseitig Vorwürfe.

Empfehlung:   Deutschland macht ″Europa wieder stark″ | Aktuell Europa | DW

Das Treffen mit Johnson ist für Biden der Auftakt eines Gipfelmarathons in Europa, der am Freitag mit dem G7-Treffen in Carbis Bay beginnt. Bevor der US-Präsident weiter nach Brüssel zum NATO-Gipfel am Montag reist, empfängt ihn Queen Elizabeth II. auf Schloss Windsor.

uh/kle (dpa, afp)




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

DigistoreProfi stellt den RSS-Nachrichtendienst nur zur Verfügung und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unsere Nachrichten soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.