Niederlande lockern Corona-Beschränkungen | Coronavirus und COVID-19 – aktuelle Nachrichten zur Pandemie | DW

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In niederländischen Geschäften und Gaststätten muss von diesem Samstag an kein Sicherheitsabstand mehr eingehalten werden – nach 18 Monaten. Jetzt müsse nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln, Bahnhöfen, Flughäfen und „überfüllten Räumen“ der Mund-Nase-Schutz getragen werden, so die offizielle Anordnung aus Den Haag. Gleichwohl empfiehlt  die Regierung „dringend“, trotzdem auf Abstand zu den Mitbürgerinnen und Mitbürgern zu achten.

Die Regelung gilt auch für Besucher aus dem Ausland – was besonders die Tagestouristen aus dem deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen freuen dürfte, die an Wochenenden gerne beliebte Einkaufsstädte wie Roermond, Venlo und Enschede besuchen.

Noch kein „Vrijheidsdag“

Die Regierung von Ministerpräsident Mark Rutte spricht auf ihrer Internetseite von einem „großen Schritt vorwärts“ und betont, dass Restaurants und Bars wieder mit voller Kapazität arbeiten könnten. Auch Konzerte und Sportveranstaltungen dürften wieder in vollen Sälen und Stadien stattfinden. Mittlerweile seien 13 Millionen Niederländer mindestens einmal geimpft, elf Millionen sogar schon komplett. Die Zahl der Neuinfektionen und der Corona-Patienten sinke schnell – und die Mehrheit der Neuinfizierten und der ins Krankenhaus eingelieferten Corona-Patienten sei ungeimpft. Die Sieben-Tage-Inzidenz in den Niederlandenliegt derzeit bei etwa 77.

Allerdings, so die Einschränkung der Regierung, sei ein „Vrijheidsdag“, also der Verzicht auf alle Beschränkungen, noch nicht in Sicht, dafür müsse die Impfquote noch deutlich höher liegen als derzeit, und deshalb ersetzt ein Corona-Pass die Abstandsregelung. Fortan muss jeder ab 13 Jahre vor dem Besuch von Gaststätten, Kultur- oder Sportveranstaltungen nachweisen, dass er geimpft, getestet oder genesen ist. Wer nicht geimpft oder genesen ist, kann sich kostenlos in einem Test-Center testen lassen.

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Streit um Corona-Pass

Doch um diesen Impfausweis gibt es heftigen Streit im Nachbarland. Gastronomen kündigten bereits in mehreren Städten an, dass sie den 3G-Nachweis nicht überprüfen würden. „Gastwirte sehen es nicht als ihre Aufgabe, Gäste zu kontrollieren“, geht aus einer Umfrage des Königlichen Gaststättenverbandes hervor. Nach ihren Angaben fehlen für die Kontrollen Personal und Geld. Außerdem befürchten Unternehmer Aggressionen und Bedrohungen.Kommunen wollen in den ersten Wochen bei Verstößen keine Strafen verhängen. Impfgegner kündigten Proteste in Den Haag an.

Gut ein Drittel der Bevölkerung klagt in einer Umfrage im Auftrag der Behörden, dass die Regierung die Freiheit zu sehr einschränke. Ein weiteres Drittel steht aber hinter den Verordnungen.

Corona-Maßnahmen für Schulen und Universitäten waren bereits zuvor aufgehoben worden, ebenso zum größten Teil die Maskenpflicht. Einschränkungen gibt es noch für Diskotheken und Nachtclubs: sie müssen um Mitternacht schließen.

mak/gri (dpa, government.nl)




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