Nobelpreis für Medizin geht an Hepatitis-C-Entdecker | Aktuell Welt | DW

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Dank der Entdeckungen der drei Preisträger könne Hepatitis C jetzt geheilt werden, heißt es in der Begründung des Karolinska-Instituts in Stockholm. Sie hätten die Ursache für Fälle chronischer Hepatitis gefunden und Blutuntersuchungen sowie neue Medikamente ermöglicht, die Millionen von Menschenleben gerettet hätten. Der Nobelpreis für Medizin geht “an drei Forscher, die einen maßgeblichen Anteil am Kampf gegen die durch Blut übertragene Hepatitis geleistet haben. Die Krankheit ist ein großes globales Gesundheitsproblem, die bei Menschen rund um den Globus Zirrhose und Leberkrebs verursacht”, hieß es vom Nobelkomitee.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO sterben jedes Jahr weltweit 500.000 Menschen an den von Hepatitis C verursachten Leberschäden. Die Krankheit schlummert oft jahrzehntelang unentdeckt im Körper. Währenddessen greift das Virus die Leber an, kann zu Leberzirrhose und sogar zu Leberkrebs führen. Häufig wird es durch mangelhafte Bluttransfusionen, Injektionen und seltener auch beim Geschlechtsverkehr übertragen.

Was ist Hepatitis C und wie schützt man sich?

Als das Virus 1989 entdeckt wurde, nannte man es zuerst “Non-A-Non-B-Virus”. Da es davor noch nicht bekannt war, konnte Blut nicht daraufhin getestet werden, und so steckten sich damals viele über Bluttransfusionen an. Das Virus kann etwa durch unsterile Spritzen, medizinische Geräte und Bluttransfusionen übertragen werden.

Das Hepatitis-C-Virus ist ein behülltes, einzelsträngiges RNA-Virus mit positiver Polarität und das einzige bislang bekannte RNA-Virus, das eine chronische Infektionskrankheit verursachen kann.

Erst nach der erstmaligen Anwendung der Klonierung von Genomfragmenten aus dem Serum eines künstlich mit HCV infizierten Schimpansen gelang 1989 die Entdeckung und 1990 die Sequenzierung des dann Hepatitis-C-Virus genannten Erregers.

Eine Impfung gibt es bislang nicht. Dafür gibt es allerdings in den letzten Jahren deutliche Behandlungserfolge mit antiviralen Medikamentencocktails, die es schaffen, die Virenlast im Körper langfristig zu reduzieren. Diese sind indes noch sehr teuer.

Neben ihren prestigeträchtigen Nobelmedaillen und -diplomen erhalten die Preisträger in diesem Jahr pro Kategorie zehn Millionen schwedische Kronen (umgerechnet rund 957.000 Euro) und damit eine Million mehr als im Vorjahr.

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2019 hatten die US-Amerikaner William Kaelin und Gregg Semenza sowie der Brite Peter Ratcliffe die Auszeichnung für ihre Entdeckung molekularer Mechanismen erhalten, mit denen Zellen den Sauerstoffgehalt wahrnehmen und sich daran anpassen. Es ist keine Seltenheit, dass die wissenschaftlichen Nobelpreise an mehrere Preisträger gehen, die gemeinsam oder zum selben Fachgebiet geforscht haben.

Weniger Journalisten vor Ort

Wegen der Coronavirus-Pandemie waren bei der Verkündung der Preisträger diesmal deutlich weniger Journalisten vor Ort als üblich. Auch die Preisverleihungen in Stockholm und Oslo am 10. Dezember, dem Todestag von Preisstifter und Dynamit-Erfinder Alfred Nobel, werden deutlich kleiner ausfallen als sonst. Auch sollen die Geehrten den Preis nicht persönlich in Empfang nehmen, sondern lediglich aus ihrer Heimat zugeschaltet werden.

In den kommenden Tagen werden auch die Preisträger in den anderen Kategorien bekanntgegeben: Am Dienstag und Mittwoch Physik und Chemie, am Donnerstag der Literatur- und am Freitag der Friedensnobelpreis. Am kommenden Montag folgt dann der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften, der erst 1968 gestiftet wurde und nicht zu den eigentlichen Nobelpreisen zählt.

as/AR/ww (dpa, afp, rtr, ap)




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