Noch ein Rücktritt wegen Impfskandal in Peru | Aktuell Amerika | DW

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Nach heftigem Unmut um vorzeitige Corona-Impfungen für Politiker in Peru ist die Außenministerin der Übergangsregierung zurückgetreten. Elizabeth Astete erklärte auf Twitter, es sei ein “schwerer Fehler” gewesen, sich bereits im Januar, also noch vor der nationalen Impf-Kampagne, impfen zu lassen. Sie habe am 22. Januar eine erste Dosis des Impfstoffs des chinesischen Staatsunternehmens Sinopharm bekommen, teilte die 68-Jährige mit. Das sei ihr angeboten worden, nachdem sie Kontakt mit mehreren Menschen gehabt habe, die positiv auf das Coronavirus getestet worden seien. Sie habe aber entschieden, sich die zweite Spritze nicht geben zu lassen.

Von dem Skandal ist auch der ehemalige Präsident Martín Vizcarra betroffen, der im November 2020 wegen Bestechungsvorwürfen vom Parlament abgesetzt worden war. Medienberichten zufolge ließen sich Vizcarra und seine Frau bereits im Oktober heimlich gegen Corona impfen. Der Ex-Präsident verteidigte die Impfung als “mutige Entscheidung”, weil er als einer von 12.000 Freiwilligen an einer klinischen Studie mit dem Sinopharm-Vakzin teilgenommen habe. Die für die Studie zuständige Universität in Lima teilte umgehend mit, Vizcarra sei nicht Teil der Studie gewesen. Seitdem stieg der Druck auf andere Politiker in Peru, zu erklären, ob sie bereits geimpft wurden.

Am Freitag war wegen des Skandals die peruanische Gesundheitsministerin Pilar Mazzetti zurückgetreten. Am Samstag übernahm Oscar Ugarte ihre Nachfolge. Er ist damit der fünfte Gesundheitsminister des Landes seit dem Beginn der Pandemie vor rund einem Jahr. Ugarte legte seinen Amtseid bei einer kurzen Zeremonie mit Interimspräsident Francisco Sagasti ab. Der 76-jährige Arzt war bereits unter Ex-Präsident Alan Garcia von 2008 bis 2011 Gesundheitsminister des lateinamerikanischen Landes.

Peru Alejandro Alvargonzález und Pilar Mazzetti

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Pilar Mazzetti, hier mit dem spanischen Botschafter in Peru, Alejandro Alvargonzález

Impfkampagne gerade erst gestartet

Das peruanische Impfprogramm hatte am Dienstag begonnen, nachdem das Land 300.000 Sinopharm-Impfdosen erhalten hatte. In der ersten Phase sollen unter anderem Gesundheitspersonal, Mitglieder der Sicherheitskräfte und auch Interimspräsident Sagasti geimpft werden – nicht aber andere Regierungsangehörige. Menschen im Alter von mindestens 60 Jahren sollen in der zweiten Phase an die Reihe kommen.

Das peruanische Gesundheitssystem ist durch die Pandemie stark belastet. Der Andenstaat erlebt derzeit einen starken Anstieg an Corona-Neuinfektionen. Die Krankenhäuser verzeichneten zuletzt mit mehr als 14.000 Corona-Patienten einen neuen Höchststand. Es fehlt an Sauerstoff für ihre Versorgung. Peru hat bei gut 30 Millionen Einwohnern bisher rund 43.700 Todesfälle im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung registriert – eine der weltweit höchsten Todesraten pro Einwohner in der Pandemie.

kle/wa (afp, dpa)




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