Osterbotschaften in Zeiten der Pandemie | Aktuell Deutschland | DW

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Zum zweiten Mal feiern Christen das Osterfest in der Corona-Pandemie. In ihren Predigten riefen die Bischöfe die Gläubigen auf, Kraft aus der österlichen Auferstehungsbotschaft zu ziehen.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, sagte, religiöse Hirngespinste, Verschwörungstheorien, spirituelle Betäubungslehren seien gekommen und gegangen: “Die Botschaft von der Auferstehung ist geblieben und wird immer bleiben.” Überall auf der Welt ließen sich Christen an Ostern trösten von einer tiefen Gewissheit: “Der Tod hat nicht das letzte Wort”, betonte Bedford-Strohm in seiner Predigt zur Osternacht in der Landshuter Christuskirche.

Berlin | ökumenischen Gottesdienst mit Georg Bätzing

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, leidet mitunter an den “starren Strukturen” seiner Kirche

Auch der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer rief dazu auf, in der Pandemie nicht die Hoffnung zu verlieren. “Ostern bedeutet: Corona hat uns nicht in den Klauen. Auch der Tod besiegt uns nicht”.

Der hannoversche Landesbischof Ralf Meister appellierte an die Gläubigen, Ostern gerade in Corona-Zeiten für einen Perspektivwechsel in Richtung Hoffnung und Dankbarkeit zu nutzen. “Ostern ist kein einmaliger Lottogewinn, sondern eine tiefe, dankbare Sicht auf mein Leben in Gottes Barmherzigkeit. Es ist der radikale Perspektivwechsel”, sagte der evangelische Theologe in der Marktkirche in Hannover.

Festgottesdienst 500 Jahre Freiheitsschrift mit Heinrich Bedford-Strohm

Heinrich Bedford-Strohm, EKD-Ratsvorsitzender: Der Tod hat nicht das letzte Wort

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx rief dazu auf, trotz der Krisen in Gesellschaft und Kirche die Botschaft der Hoffnung nicht aus den Augen zu verlieren. “Wir werden uns in dieser Krise nicht bewähren, wenn jeder sein Leben gewinnen will, sondern nur, wenn wir das ‘österliche Gesetz’ im Blick behalten: Leben geben und so Leben gewinnen, das heißt eben, sein Leben teilen und einsetzen im Geist der Solidarität und so Zukunft ermöglichen”, mahnte der Erzbischof. Für die Kirche hofft er auf einen Wendepunkt: Manchmal komme es ihm so vor, dass an Traditionen festgehalten werde aus Angst vor dem Neuen.

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Kritik an fehlendem Reformwillen

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, kritisierte den mangelnden Reformwillen der katholischen Kirche und bedauerte Skandale und Unbeweglichkeit. Er leide an der Kirche, “wenn sie durch Skandale gläubige Menschen ins Wanken bringt oder durch erstarrte Strukturen und mangelnde Veränderungsbereitschaft vielen den Zugang zum Glauben blockiert”, sagte der Limburger Bischof am Ostersonntag.

Der Bischof bezog sich dabei offensichtlich auf die Skandale um sexuellen Missbrauch durch Geistliche und die oft zögerliche Aufarbeitung dieser Taten sowie auf die aktuellen Debatten über strukturelle Reformen etwa hinsichtlich der Rechte von Frauen in der Kirche und über die Segnung auch von Homosexuellen, die der Vatikan ablehnt.

uh/hf (dpa, kna, epd)




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