Ozonloch-Entdecker Crutzen ist tot | Aktuell Europa | DW

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Paul Crutzen war 1995 für seine Forschungen zum Abbau der Ozonschicht durch sogenannte Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet worden. Er teilte sich den Preis mit dem Mexikaner Mario Molina und dem Amerikaner Frank Sherwood Rowland. Crutzen starb in Deutschland im Beisein seiner Familie. Er hinterlässt seine Frau, zwei Töchter und drei Enkel.

Crutzen wurde 1933 in Amsterdam geboren. In den 1960er- und 70er-Jahren untersuchte er den Einfluss von Stickoxiden auf die Ozonschicht – und sagte mit Molina und Rowland voraus, dass dieser Teil der Atmosphäre durch die vom Menschen entwickelten FCKW stark reduziert werden würde. Die Verwendung von Fluorchlorkohlenwasserstoffen als Kühlmittel in Kühlschränken und Klimaanlagen wurde auch aufgrund dieser Warnungen verboten. Von 1980 bis 2000 leitete Paul Crutzen als Direktor die Abteilung Atmosphärenchemie am Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz.

Wissenschaft und Weltpolitik

Der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Martin Stratmann, würdigt Crutzen als Pionier: “Er hat als Erster gezeigt, wie menschliche Aktivitäten die Ozonschicht schädigen. Dieses Wissen über die Ursachen des Ozonabbaus waren die Grundlage für das weltweite Verbot von ozonabbauenden Substanzen – ein bislang einmaliges Beispiel, wie nobelpreisgekrönte Grundlagenforschung unmittelbar in eine weltpolitische Entscheidung münden kann.” Crutzen sei auch ein Vorreiter der Wissenschaften gewesen, die den Einfluss der menschlichen Zivilisation auf die Umwelt in den Blick genommen hätten.

Bildkombo Ozonloch über der Antarktis

Das Ozonloch (blau) aus dem vergangenen Jahr zählt zu den kleinsten der vergangenen Jahrzehnte

Crutzen veröffentlichte laut Max-Planck-Institut mehr als 360 wissenschaftliche Artikel mit Fachbegutachtung und 15 Bücher. Er war einer der weltweit meistzitierten Wissenschaftler, wurde vielfach geehrt und mit Preisen ausgezeichnet. Crutzen war Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Akademien wie der päpstlichen Akademie der Wissenschaften und Ehrenmitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina.

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haz/AR (dpa, ap)




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