Palästinenser-Aktivist stirbt nach Festnahme | Aktuell Nahost | DW

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Ein bekannter Kritiker der palästinensischen Autonomiebehörde ist im Zuge seiner Festnahme im Westjordanland zu Tode gekommen. Nisar Banat war bei einer Razzia in Hebron festgenommen worden, wie der örtliche Gouverneur, Dschibrin al-Bakri, mitteilte. Nach der Festnahme habe sich Banats “Gesundheitszustand verschlechtert”, anschließend sei er sofort in ein Krankenhaus gebracht worden, “wo er für tot erklärt wurde”. Die Umstände seines Todes sollen nun analysiert werden, nachdem die Vereinten Nationen eine Untersuchung anmahnten.

Die Familie des 43-Jährigen beschuldigt die palästinensischen Sicherheitskräfte, Banat schwer misshandelt zu haben. Sie hätten “mit Holzknüppeln auf seinen Kopf eingeschlagen” und ihn “absichtlich getötet”, sagten Angehörige dem palästinensischen Nachrichtenportal Kuds. Ein Grund für die Verhaftung Banats wurde von den Behörden nicht genannt.

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Die Polizei in Ramallah setzte Tränengas ein, um die Demonstranten in Schach zu halten

Banat wollte bei Parlamentswahl kandidieren

Der Aktivist war bekannt für seine im Online-Netzwerk Facebook veröffentlichten Videos, in denen er der palästinensischen Autonomiebehörde schwere Menschenrechtsverletzungen und Korruption vorwarf. Er wollte in diesem Jahr bei der Parlamentswahl kandidieren, die Palästinenserpräsident Mahmud Abbas jedoch wegen des Konflikts mit Israel wieder abgesagt hatte.

In Ramallah versammelten sich Hunderte Palästinenser vor dem Sitz der Autonomiebehörde und forderten den Rücktritt von Abbas. “Die Festnahmen machen uns keine Angst”, riefen die Demonstranten, während sie Bilder von Banat hochhielten. Sicherheitskräfte gingen mit Tränengas vor, um die Menge daran zu hindern, in Abbas’ Amtssitz einzudringen.

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Spezialeinsatzkräfte drängen die Demonstranten zurück

EU spricht von schwerwiegendem Vorfall

Die EU-Vertretung in den Palästinensergebieten stufte Banats Tötung als schwerwiegenden Vorfall ein und forderte ebenfalls eine umfassende Untersuchung. Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. Palästinensische Sicherheitskräfte hätten zuletzt vermehrt Menschenrechtsaktivisten und politische Gegner verhaftet und misshandelt. “Die EU ist auch zutiefst besorgt über Berichte über einen Anstieg offenbar politisch motivierter Verhaftungen in den letzten Monaten”, hieß es in einer Stellungnahme.

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uh/wa (afp, rtr, dpa)




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