Peng Shuai: Telefonat mit IOC-Präsident Thomas Bach | Aktuell Welt | DW

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Offenbar ist die lange vermisste chinesische Tennisspielerin Peng Shuai doch wohlauf und in Sicherheit. Das Internationale Olympische Komitee teilte am Sonntag mit, dass Präsident Thomas Bach eine halbe Stunde mit ihr habe sprechen und sie während des Gesprächs auch habe sehen können. „Heute führte IOC-Präsident Thomas Bach ein Videotelefonat mit der dreimaligen Olympiateilnehmerin Peng Shuai aus China“, teilte die Organisation in einer Erklärung mit. Zu Beginn habe sich Peng für die Sorge des IOC um ihr Wohlergehen bedankt. Sie erklärte, dass sie in Sicherheit und wohlauf sei und in ihrem Haus in Peking lebe, dass man aber im Moment ihre Privatsphäre respektieren solle. „Aus diesem Grund zieht sie es vor, ihre Zeit mit Freunden und Familie zu verbringen. Nichtsdestotrotz wird sie sich weiterhin für den Tennissport engagieren, den sie so sehr liebt.“

Bach war bei seinem Telefonat in Begleitung der Vorsitzenden der IOC-Athletenkommission, Emma Terho, und dem chinesischen IOC-Mitglied, Li Lingwei, heißt es in der IOC-Erklärung. „Ich war erleichtert, als ich sah, dass es Peng Shuai gut ging, was unsere Hauptsorge war“, sagte Terho. „Sie schien entspannt zu sein. Ich habe ihr unsere Unterstützung angeboten und ihr angeboten, jederzeit mit ihr in Kontakt zu bleiben, was sie offensichtlich zu schätzen wusste.

Das Telefonat endete laut IOC-Erklärung damit, dass Bach Peng „zu einem Abendessen einlud, sobald er im Januar nächsten Jahres in Peking ankommt, was sie gerne annahm, und die beiden vereinbarten, Emma Terho und Li Lingwei einzuladen“.

Vor dem Gespräch zwischen Bach und Peng hatte es international große Besorgnis um Pengs Wohlergehen gegeben. Sie war seit Anfang des Monats aus der Öffentlichkeit verschwunden.

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Neue Bilder von Peng Shuai

Bevor die IOC-Meldung in die Öffentlichkeit kam, hatten Chinas Staatsmedien ein weiteres Video in Umlauf gebracht, in dem Peng angeblich zu sehen ist. Auf Twitter veröffentlichte Hu Xijin, Chefredakteur der Staatszeitung „Global Times“, einen kurzen Clip, der sie bei der Eröffnung eines Jugend-Tennisturniers am Sonntag in Peking zeigen soll.

Zu sehen ist, wie sie zusammen mit anderen Gästen namentlich aufgerufen und vom Publikum mit Applaus begrüßt wird. Peng Shuai winkt und lächelt kurz, ergreift aber nicht selbst das Wort. Ein weiteres Video zeigt sie bei einer Autogrammstunde im selben Stadion.

Angeblich aktuelles Videobild mit Peng (Zweite von Links) bei einem Jugend-Tennisturnier

Angeblich aktuelles Videobild mit Peng (Zweite von Links) bei einem Jugend-Tennisturnier

Bereits am Freitagabend hatte das chinesische Staatsfernsehen auf Twitter angeblich aktuelle Fotos des Tennisstars verbreitet. Am Samstag wurde dann – ebenfalls per Twitter – eine Videoaufnahme verbreitet, die Peng Shuai beim Abendessen mit Freunden in einem Pekinger Restaurant zeigen soll.

Forderungen nach Beweisen

„Dieses Video alleine ist nicht ausreichend“, hatte Steve Simon, Chef der internationale Damentennis-Organisation WTA, den Clip aus dem Restaurant kommentiert. „Während es positiv ist, sie zu sehen, bleibt unklar, ob sie frei ist und ihre eigenen Entscheidungen treffen kann.“ Es werde damit nicht klar, ob sie ohne Zwang handeln könne. Aufgrund der Ungereimtheiten wegen Peng hatte die WTA mit einem Rückzug aus China gedroht.

Nach Frankreich und den USA hatte auch die britische Regierung China aufgefordert, „nachprüfbare Beweise“ für die „Sicherheit und den Verbleib“ der Sportlerin zu liefern. „Wir sind extrem besorgt über das Verschwinden von Peng Shuai und verfolgen die Angelegenheit genau“, teilte das Außenministerium in London mit. Auch das Weiße Haus in Washington zeigte sich „zutiefst besorgt“.

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Frankreichs Außenminister forderte die chinesischen Behörden auf, den Tennisstar Peng öffentlich sprechen zu lassen, um zu klären, was mit ihr geschieht. „Ich erwarte nur eines: dass sie spricht“, sagte Jean-Yves Le Drian dem Fernsehsender LCI und fügte hinzu, dass es diplomatische Konsequenzen haben könnte, wenn China die Situation nicht aufklärt. 

Vorwürfe gegen Funktionär

Peng, frühere Doppel-Siegerin in Wimbledon und bei den French Open, war seit Anfang November nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen worden. Zuvor hatte sie im Onlinedienst Weibo Vorwürfe gegen den ranghohen kommunistischen Parteifunktionär Zhang Gaoli erhoben.

Dem heute über 70-jährigen Ex-Vize-Ministerpräsidenten warf die 35-Jährige vor, sie in der Vergangenheit zum Sex gezwungen zu haben. Peng und Zhang hatten über Jahre eine Beziehung mit vielen Unterbrechungen geführt.

asz/nob/AR (afp, rtr, ap)




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