Pentagon: China rüstet Atomwaffen schneller auf als erwartet | Aktuell Amerika | DW

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Noch vor einem Jahr hatte das US-Verteidigungsministerium die Zahl der chinesischen Atomsprengköpfe auf „knapp über 200“ geschätzt und eine „Verdoppelung bis zum Ende des Jahrzehnts“ für möglich gehalten.

Die neuesten Zahlen sehen dagegen ganz anders aus. Dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zufolge geht das Pentagon davon aus, dass die Volksrepublik China bis 2030 über mehr als 1000 Atomsprengköpfe verfügen könnte. Die Regierung in Peking investiere „in die Anzahl ihrer land-, see- und luftgestützten nuklearen Trägersysteme“ und baue „die notwendige Infrastruktur, um diese bedeutende Erweiterung ihrer Nuklearstreitkräfte zu unterstützen“, heißt es in dem Bericht. Diese Entwicklung „ist für uns sehr besorgniserregend“, sagte ein Pentagon-Vertreter. Es stelle sich die Frage nach Chinas „Absichten“.

Washington Pentagon Luftaufnahme

Das US-Verteidigungsministerium („Pentagon“) sieht die Vormachtstellung der USA in der Welt durch China bedroht

Aufrüstung mit Taiwan im Visier?

Die US-Regierung hat China zum wichtigsten Sicherheitsproblem erklärt. Peking rüstet seit einiger Zeit massiv auf und schließt zunehmend zur bislang konkurrenzlosen militärischen Macht der USA auf. US-Offizielle halten es dem Bericht zufolge für möglich, dass China durch die Aufrüstung bis zur Mitte des Jahrhunderts Amerika als stärkste Weltmacht ablösen könnte. Zum Vergleich: Die USA verfügen derzeit über 3750 Atomwaffen und hat keine Pläne, die Zahl zu erhöhen.

Die Rivalität verstärkt auch die Furcht vor einer möglichen Konfrontation der beiden Länder insbesondere in Bezug auf Taiwan. Die Spannungen zwischen China und Taiwan haben in den vergangenen Jahren wieder zugenommen. Peking sieht Taiwan als abtrünnige Provinz an, die notfalls auch mit militärischer Gewalt wieder mit dem Festland vereinigt werden soll. Die USA haben der Regierung in Taipeh auch militärische Unterstützung zugesichert.

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Chinas Militär wird modernisiert

Dem Bericht des Pentagons zufolge zielt Chinas rasche militärische Modernisierung darauf ab, bis zum Jahr 2027 die Fähigkeit zu erlangen, jeglichen Widerstand gegen eine Rückeroberung Taiwans zu überwinden – sei es durch Druck und Abschreckung oder militärische Gewalt.

Der Pentagon-Bericht spricht nicht von einem offenen Konflikt mit China, aber er erwähnt die „zunehmenden Möglichkeiten der Volksbefreiungsarmee, Kriege gegen ‚einen starken Gegner‘ kämpfen und gewinnen zu können“. In der Formulierung stecke ein Euphemismus für die USA, so die Verfasser des Berichts. China modernisiere sein Militär auf breiter Basis, aber die Entwicklungen im atomaren Bereich seien besonders beachtenswert.

Neue Raketenabschussanlagen

Ebenfalls erwähnt werden in dem Bericht großangelegte Bauarbeiten für „mindestens drei“ neue Raketenabschussanlagen in China, die zusammen „Hunderte unterirdische Abschusssilos für Interkontinentalraketen“ beherbergen könnten.

Zu den Standorten äußert sich der Bericht nicht, aber private Atomanalysten berichteten, die Auswertung von Satellitenaufnahmen aus Nordchina ließen auf „riesige Raketenanlagen“ schließen. 

mak/fab (afp, ape)




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