Peru hat wieder einen neuen Präsidenten | Aktuell Amerika | DW

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Der gelernte Ingenieur Francisco Sagasti ist von den Abgeordneten des aus einer Kammer bestehenden Kongresses zunächst zum Parlamentspräsidenten gewählt worden. Dieser wird nach der peruanischen Verfassung automatisch Staatsoberhaupt, wenn das Präsidentenamt unbesetzt ist. Der 76-Jährige, der der violetten Partei, einer kleinen Mitte-Rechts-Partei, angehört, bekam 97 Ja- und 26 Nein-Stimmen. Er soll nun für gut ein halbes Jahr interimistisch die Regierung führen. Im April finden in dem lateinamerikanischen Land Präsidentschafts- und Parlamentswahlen statt. Im Juli soll dann das neue Staatsoberhaupt das Amt übernehmen.

Der ehemalige Weltbank-Beamte ist Perus dritter Präsident innerhalb weniger Tage. Am Sonntag hatte Übergangspräsident Manuel Merino von der Mitte-Rechts-Partei Acción das Handtuch geworfen. Er zog die Konsequenzen nach den schweren Straßenprotesten in Lima in der Nacht zuvor. Dabei waren mindestens zwei Menschen von Polizisten getötet worden. Zudem drohten die Abgeordneten auch ihm mit einem Amtsenthebungsverfahren.

Peru | Rücktritt Interimspräsident Manuel Merino (Peruvian Presidency/REUTERS)

In einer TV-Ansprache teilte Interimspräsident Manuel Merino am Sonntag seinen Rücktritt mit

Merino hatte am vergangenen Dienstag nach der Absetzung seines Vorgängers Martin Vizcarra kommissarisch das Präsidentenamt übernommen. Der insbesondere bei der jüngeren Bevölkerung in Peru beliebte parteilose Vizcarra war während seiner Amtszeit gegen Korruption vorgegangen, die in dem südamerikanischen Land weit verbreitet ist. Das wiederum kreideten ihm viele Abgeordnete an, es gab hitzige Debatten im Kongress. Der neue Interimspräsident Sagasti hatte als einer der wenigen Parlamentarier gegen die Entmachtung Vizcarras Stellung bezogen.

Peru I Proteste gegen die Regierung (Luka Gonzales/AFP/Getty Images)

Auch am Sonntag gingen in Lima zahlreiche Anhänger Vizcarras auf die Straße

Die politische Krise trifft das Land mit seinen 32 Millionen Einwohnern mitten im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie. Der zweitgrößte Kupfer-Produzent der Welt steht vor dem größten Einbruch der Wirtschaft seit einem Jahrhundert.

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se/gri (rtr, ap, afp, dpa)




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