Peru-Wahl entscheidet sich auf den letzten Metern | Aktuell Amerika | DW

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Am Sonntag haben die Peruaner das Präsidentenamt neu vergeben, doch bis das Wahlergebnis feststeht, können noch Tage vergehen. Als knapp 95 Prozent der Stimmen ausgezählt waren, lag der Marxist Pedro Castillo bei 50,10 Prozent, die Rechtspopulistin Keiko Fujimori bei 49,89 Prozent. Möglicherweise entscheiden erst die eine Million Peruaner, die im Ausland abgestimmt haben, diese äußerst enge Stichwahl.

Anfangs hatte noch Fujimori knapp in Führung gelegen, dann aber schob sich Castillo an seiner Konkurrentin vorbei. Der Gewerkschafter und Lehrer profitierte davon, dass immer mehr Ergebnisse aus den Wahllokalen auf dem Land eintrafen. Seine Partei genießt besonders in ländlichen Regionen einen starken Rückhalt.

Keiko Fujimori nach ihrer Stimmabgabe am Sonntag

Keiko Fujimori nach ihrer Stimmabgabe am Sonntag

Der 51-jährige Castillo hatte seine Anhänger am Sonntag zur Ruhe aufgerufen. “Sie haben unsere Stimmen noch nicht ausgezählt”, sagte er. Auch Fujimori mahnte zur Zurückhaltung: “Angesichts des schmalen Abstandes müssen wir vorsichtig sein – und das sage ich für alle Peruaner”. Beide Kandidaten hatten bei ihrer Stimmabgabe am Sonntag versprochen, das Wahlergebnis zu akzeptieren.

Politische Extreme

Die Stichwahl in Peru war ein Kräftemessen der politischen Extreme: Die 46-jährige Fujimori, Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, steht für eine liberale Wirtschaftspolitik und eine Sicherheitsstrategie der harten Hand. In den vergangenen Jahren war sie allerdings selbst mehrfach in Untersuchungshaft. In einem laufenden Korruptionsverfahren droht ihr eine langjährige Freiheitsstrafe. Ihr Vater verbüßt wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen eine 25-jährige Haftstrafe.

Der marxistische Dorfschullehrer Castillo hingegen will im Fall eines Wahlsiegs einen sozialistischen Staat aufbauen, die Medien stärker kontrollieren und das Verfassungsgericht abschaffen. Er stammt aus einer bäuerlichen Familie aus der Provinz Chota im Norden des Landes und gibt sich als Außenseiter im Politikbetrieb.

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Höchste Corona-Sterblichkeit weltweit

Der Sieger der Stichwahl steht vor einer schwierigen Herausforderung: Peru leidet unter einer Rezession und ist weltweit das Land mit der höchsten Corona-Sterblichkeitsrate im Verhältnis zur Bevölkerungszahl. In dem Land mit 33 Millionen Einwohnern starben durch die Pandemie bislang 184.000 Menschen. Zwei Millionen Menschen haben während der Pandemie ihren Job verloren. Knapp ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut.

In Peru gibt es nicht immer genügend Sauerstoff für schwer erkrankte Corona-Patienten

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Das Land erlebte zudem eine lange Phase politischer Instabilität: In den vergangenen drei Jahren wechselte vier Mal der Staatschef und sieben der letzten zehn Präsidenten wurden entweder wegen Korruption verurteilt oder Ziel von Ermittlungen.

rb/AL (AFP, dpa, AP, Reuters)




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