Philippinen: Zahl der Toten nach Taifun ″Rai″ steigt rasant | Aktuell Asien | DW

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Nach jüngsten Angaben sind durch den Taifun „Rai“ mindestens 142 Menschen ums Leben gekommen, viele werden noch vermisst. Die meisten der bisher bestätigten Opfer seien durch umstürzende Bäume oder Trümmer eingestürzter Gebäude ums Leben gekommen, so der Katastrophenschutz. Andere ertranken.

Der Wirbelsturm war am Donnerstag auf der bei Surfern beliebten Insel Siargao mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 195 Kilometern pro Stunde auf Land getroffen. Besonders betroffen waren demnach östliche und westliche Provinzen.

Die meisten Toten gab es den Behörden zufolge mit 72 Opfern in der Provinz Bohol. Mehr als 480.000 Menschen entlang des Pfades von „Rai“ mussten sich in Sicherheit bringen, viele wurden obdachlos. Vielerorts waren Stromversorgung und Telekommunikation zusammengebrochen. Am Sonntag bildeten sich in einigen der betroffenen Gebiete an den Ausgabestellen für Trinkwasser und andere Güter lange Schlangen.

Philippinen Taifun Rai

Lange Warteschlangen an Ausgabestellen für Wasser und Lebensmittel in Cebu City, Philippinen

Ferienparadies in Trümmern

Auf der Ferieninsel Siargao wie auch der Nordspitze von Mindanao entstanden schwere Schäden. „Alles flog durch die Luft, es war wie das Ende der Welt“, berichtete der Reiseleiter Raphy Repdos von Siargao, wo sich zur Vorweihnachtszeit besonders viele Surfer und Urlauber aufhielten. Vom Militär veröffentlichte Luftaufnahmen zeigen, dass im wichtigsten Inselort General Luna unzählige Häuser zerstört wurden. Am Sonntag wurden Touristen per Flugzeug und Boot von der Insel geholt.

Von der benachbarten Insel Dinagat berichtete Governeurin Arlene Bag-ao, die gesamte Insel sei „dem Erdboden gleichgemacht“ worden. Häuser, Boote und Felder seien zerstört. „Wände und Dächer wurden abgerissen und weggeweht, als ob sie aus Papier seien.“ Jeffrey Crisostomo, der Sprecher der Regierung auf Dinagat, sagte in einem Interview: „Ich habe gesehen, wie ‚Rai‘ unser Parlamentsgebäude Stück für Stück auseinandergerissen hat“.

Philippinen Surigao City | Taifun Rai

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Luftaufnahmen zeigen das Ausmaß der Zerstörung durch den Super-Taifun „Rai“, hier ein Wohnviertel in der Stadt Surigao

Erinnerungen an „Haiyan“

Die Schäden seien mit denen von Super-Taifun „Haiyan“ im Jahr 2013 zu vergleichen, so Gouverneurin Bag-ao. Damals waren mehr als 7300 Menschen ums Leben gekommen oder gelten seither als vermisst.

Staatspräsident Rodrigo Duterte verschaffte sich am Samstag bei einem Flug über mehrere Provinzen einen Eindruck von den Zerstörungen und sagte anschließend finanzielle Hilfen in Höhe von zwei Milliarden Pesos (etwa 35,6 Millionen Euro) zu.

Einer von wenigen Super-Taifuns

„Rai“, der von den Einheimischen mit dem Namen „Odette“ bezeichnet wird, gilt wegen seiner Zerstörungswucht als Super-Taifun. Diese Einstufung entspricht einem Hurrikan der Kategorie fünf in den USA. Weltweit ereignen sich in der Regel etwa fünf Stürme dieser Stärke pro Jahr. „Rai“ traf die Philippinen zum Ende der Taifun-Saison. Die meisten heftigen Wirbelstürme entwickeln sich zwischen Juli und Oktober.

Papst bittet um Spenden

Papst Franziskus hat zu „konkreten Initiativen“ aufgerufen, um den Betroffenen auf den Philippinen zu helfen. Beim Mittagsgebet auf dem Petersplatz brachte das Oberhaupt der katholischen Kirche seine Anteilnahme zum Ausdruck. Der Sturm habe große Zerstörung hinterlassen.

Auch die Caritas der Philippinen bat unterdessen um Spenden für die vom Taifun verwüsteten Regionen Visayas und Mindanao. „Vergessen wir bei der Vorbereitung auf Weihnachten nicht die philippinischen Familien, insbesondere die Kinder, die vom Taifun Odette betroffen waren“, sagte der Exekutivsekretär der philippinischen Caritas, Pater Antonio Labiao, in einem über Twitter verbreiteten Video.

Mindestens zehn Bistümer seien von dem tropischen Wirbelsturm stark betroffen, darunter die Erzdiözese Cebu sowie die Diözesen Tagbilaran, Maasin und Surigao. Die Betroffenen benötigten dringend Notunterkünfte, Lebensmittel, Wasser und Medikamente, so der Pater.

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Laut dem im Oktober 2020 veröffentlichten UN-Bericht „The Human Cost of Disasters 2000-2019“ gehören die Philippinen zu den zehn Ländern mit der größten Zahl von Naturkatastrophen betroffener Menschen. In dem Zeitraum sei es zudem aufgrund des Klimawandels zu einem „signifikanten Anstieg“ solcher Katastrophen gekommen.

mak/sti (afp, dpa, kna, epd)




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