Plagiatsaffäre: Rücktritt im Kabinett Kurz | Aktuell Europa | DW

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Sie wolle ihre Familie vor Anfeindungen und Beleidigungen zu schützen, begründete Christine Aschbacher ihren Rücktritt aus dem Kabinett von Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Sie erlebe eine Vorverurteilung durch “die Medien und die politischen Mitstreiter (…) und das mit unerträglicher Wucht”. Die 37-Jährige soll Teile ihrer wissenschaftlichen Arbeiten kopiert haben, ohne die Quellen ordentlich auszuweisen.

Die Vorwürfe gegen die ÖVP-Politikerin betreffen sowohl ihre Magisterarbeit aus dem Jahr 2006 als auch ihre Dissertation, die sie erst im vergangenen Jahr – und damit bereits als Familien- und Arbeitsministerin – eingereicht und verteidigt hatte. Der als “Plagiatsjäger” bekannte Sachverständige und Blogger Stefan Weber wirft Aschbacher vor, mindestens ein Fünftel des Textes ihrer in der slowakischen Hauptstadt Bratislava eingereichten Doktorarbeit aus anderen Quellen abgeschrieben zu haben. Bereits ihre Diplomarbeit von 2006 sei nicht nur von Plagiaten, sondern auch von mangelnden Kenntnissen der deutschen Sprache geprägt gewesen, behauptet Weber.

“Stets nach bestem Wissen und Gewissen”

Aschbacher erklärte, sie habe ihre Arbeiten stets nach bestem Wissen und Gewissen verfasst und der Beurteilung durch anerkannte Professoren vertraut. Für ihr Studium an der Fachhochschule in Wiener Neustadt, südlich der österreichischen Hauptstadt Wien, hatte sie Bestnoten erhalten.

Kanzler Kurz (ebenfalls ÖVP) twitterte, er “respektiere” ihren Rücktritt. Ihr Nachfolger in der Funktion als Arbeitsminister werde am Montag präsentiert.

Ein auch in Deutschland bekanntes Thema

In Deutschland waren 2011 und 2013 ebenfalls zwei konservative Bundesminister wegen Plagiatsvorwürfen zurückgetreten: Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Bildungsministerin Annette Schavan (CDU). Auch die derzeitige Familienministerin Franziska Giffey (SPD) hat seit Jahren mit Plagiatsvorwürfen zu kämpfen.

rb/wa (afp, dpa)




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