Politischer Umbruch in Norwegen | Aktuell Europa | DW

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Norwegen steht aller Voraussicht nach vor einem Regierungswechsel: Die Parlamentswahl in dem Nicht-EU-Land gewann die Opposition unter Führung der sozialdemokratische Arbeiterpartei von Jonas Gahr Støre. Der 61-jährige Millionär und frühere Außenminister dürfte damit Ministerpräsidentin Erna Solberg (60) von der konservativen Partei Høyre ablösen.

Laut Hochrechnungen kommen die fünf Oppositionsparteien des Mitte-Links-Lagers zusammen auf etwa 100 der insgesamt 169 Sitze im Parlament in Oslo. Støres Arbeiterpartei könnte es sogar schaffen, mit ihren beiden bevorzugten Koalitionspartnern, der Zentrumspartei und der Sozialistischen Linkspartei, eine Regierung zu bilden. Auf die anderen beiden Oppositionsparteien, die Grünen und die Rote Partei, wären die Sozialdemokraten dann gar nicht angewiesen.

Norwegen Parlamentswahl 2021 | Erna Solberg

Wahlverliererin: Erna Solberg

Auswirkungen auf die Mehrheitsverhältnisse hat noch, wie viele der kleineren Parteien den Sprung über die Vier-Prozent-Hürde schaffen. Mit einem vorläufigen Endergebnis wird an diesem Dienstag gerechnet.

Öl auf “absteigendem Ast”

Beherrschendes Thema des Wahlkampfs in Norwegen war – seit der Veröffentlichung eines alarmierenden Berichts des Weltklimarats IPCC – der Klimaschutz. In dem Bericht hatten Experten gewarnt, die Erde erwärme sich schneller als bislang angenommen.

Der Wahlausgang könnte entscheidenden Einfluss auf die Ölwirtschaft haben, die für den enormen Reichtum des Landes im Norden Europas verantwortlich ist. Norwegen ist der größte Ölproduzent Westeuropas.

Norwegen | Ölindustrie

Die Öl- und Gasindustrie ist Norwegens wichtigster Wirtschaftszweig

Die Grünen hatten einen sofortigen Stopp der Erschließung neuer Ölfelder und einen Komplett-Ausstieg bis 2035 verlangt. Støre plädiert hingegen – wie auch die Konservativen – für einen schrittweisen Ausstieg aus dem Öl.

“Die Nachfrage nach Öl befindet sich auf einem absteigenden Ast”, sagte der für Energiepolitik zuständige Sprecher der Arbeiterpartei, Espen Barth Eide. “Wir werden weiterhin Öl-Aktivitäten haben, aber wir müssen uns eingestehen, dass die besten Öl-Jahre hinter uns liegen.” Nun müssten “Brücken zu künftigen Aktivitäten” errichtet werden.

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wa/fw (afp, dpa, rtr)




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