Prozess gegen Deniz Yücel überraschend vertagt | Aktuell Europa | DW

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Der Prozess gegen den Reporter der Zeitung „Die Welt”, Deniz Yücel, der in der Türkei wegen Terrorvorwürfen und Volksverhetzung angeklagt ist, ist kurz nach Verhandlungsbeginn überraschend vertagt worden. Zur Begründung sagten die Richter in Istanbul, sie wollten das Abschlussplädoyer der Verteidigung bewerten. Eigentlich war ein Urteil erwartet worden. Die nächste Verhandlung wurde auf den 16. Juli festgesetzt, wie Yücel auf Twitter bekannt machte.

Yücels Anwalt Veysel Ok hielt am Mittwoch das Schlussplädoyer der Verteidigung. Yücel, der in Deutschland lebt, war davon ausgegangen, dass danach der Prozess wahrscheinlich endet. “Vermutlich wird es ein erstes Gerichtsurteil geben”, hatte Yücel am Dienstag auf Twitter geschrieben.

Staatsanwaltschaft fordert mehr als 15 Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft in Istanbul hat in dem umstrittenen Prozess bis zu 15 Jahre und drei Monate Haft gegen Yücel wegen “Volksverhetzung” und “Terrorpropaganda” gefordert. Hinsichtlich des Vorwurfs, für die Bewegung des islamischen Predigers Fethullah Gülen Propaganda betrieben zu haben, hatte die Staatsanwaltschaft am vergangenen Verhandlungstag Freispruch gefordert.

Yücel arbeitete als Auslandskorrespondent für die “Welt” in der Türkei, bis er am 14. Februar 2017 wegen seiner Artikel festgenommen wurde. Der Haftrichter stützte sich unter anderem auf ein Interview Yücels mit einem Anführer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Cemal Bayik. Yücel war von Februar 2017 bis Februar 2018 ohne Anklageschrift im Hochsicherheitsgefängnis Silivri westlich von Istanbul inhaftiert. Erst dann wurde Yücel freigelassen und konnte die Türkei verlassen. Mit seiner Entlassung und der Ausreise nach Deutschland war damals Anklage erhoben worden. Der Fall hatte die deutsch-türkischen Beziehungen schwer belastet.

Der Prozess gegen Yücel begann in seiner Abwesenheit Ende Juni 2018. Ein Jahr später erklärte das Verfassungsgericht Yücels Inhaftierung für rechtswidrig. Zudem entschied es, dass Yücels Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit verletzt worden sei. Ferner seien Yücels Artikel teilweise fehlerhaft übersetzt worden. Yücels Anwalt Ok forderte daraufhin einen Freispruch seines Mandanten.

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kle/ww (dpa, afp)

 




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