Rätselraten um ehemaligen Nawalny-Arzt | Aktuell Welt | DW

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Ein seit Freitag vermisster russischer Arzt, in dessen Krankenhaus der Kremlgegner Alexej Nawalny direkt nach einem Giftanschlag im vergangenen Jahr behandelt wurde, ist wieder aufgetaucht. Alexander Murachowski habe selbstständig aus einem Wald in der sibirischen Region Omsk heraus gefunden, meldete die Staatsagentur Tass unter Berufung auf Behörden.

Nach Jagdausflug verschwunden

Murachowski, mittlerweile Gesundheitsminister in Omsk, war von einem Jagdausflug am Freitag nicht zurückgekehrt. Nun werde er in einem Krankenhaus behandelt, sein Zustand sei aber “normal”. Rund 100 Sicherheitskräfte hatten in dem sumpfigen Waldgebiet nach ihm gesucht.

Alexej Nawalny bei einer Gerichtsanhörung per Video im April

Wurde weggesperrt: Alexej Nawalny (bei einer Gerichtsanhörung per Video im April)

Murachowski leitete bis vor einigen Monaten die Omsker Klinik, in die der mittlerweile in einem Straflager inhaftierte Nawalny gebracht wurde, nachdem er im vergangenen August auf einem Inlandsflug zusammengebrochen war. Später wurde der 44 Jahre alte Oppositionelle nach Deutschland ausgeflogen und wochenlang in der Berliner Charité behandelt. Untersuchungen mehrerer Labore zufolge wurde er mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet. Murachowski hatte dem entschiedenen Gegner von Staatschef Wladimir Putin damals lediglich eine Stoffwechselstörung bescheinigt.

Schon zwei Mediziner Nawalnys gestorben

Nawalny warf ihm eine “Fälschung” der Diagnose vor. Seine Unterstützer beschuldigen Murachowski zudem, Nawalnys Verlegung nach Deutschland hinausgezögert zu haben. Im November wurde der Mediziner zum Gesundheitsminister der sibirischen Region befördert. Nachdem zwei weitere Omsker Ärzte von Nawalny in den vergangenen Monaten gestorben waren, hatte Murachowskis zwischenzeitliches Verschwinden in russischen Medien nun für großes Aufsehen gesorgt.

Russland gibt an, man habe bei Nawalny keine Vergiftung nachweisen können und leite deshalb keine Ermittlungen ein. Die EU und die USA haben Russland immer wieder zur Untersuchung des Verbrechens aufgefordert und Sanktionen gegen das Land verhängt. Die Regierung in Moskau wies wiederholt Vorwürfe zurück, russische Behörden hätten versucht haben, den Kreml-Kritiker zu töten.

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sti/wa/ww (dpa, rtr)

 




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