Regierung in Kabul beschuldigt Taliban | Aktuell Welt | DW

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Nach zwei Anschlägen in Afghanistan mit mehr als 50 Toten hat die Regierung die militant-islamistischen Taliban für die tödliche Attacke in Kabul zur Last gelegt. Sie seien das Haupthindernis für Frieden im Land, sagte Regierungssprecher Sedik Sedikki während einer Pressekonferenz.

Unbekannte hatten am Dienstag die Geburtsabteilung einer Klinik in Kabul gestürmt und das Feuer auf Mütter mit ihren Neugeborenen eröffnet. Es war einer der schwersten Anschläge in diesem Jahr. Mindestens 24 Menschen wurden getötet. Bei einem  Selbstmordanschlag der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) auf eine Trauerfeier im Osten des Landes wurden Dutzende weitere  Menschen in den Tod gerissen.

Taliban und IS bekämpfen sich

Niemand bekannte sich zu dem Anschlag in Kabul. Experten äußerten Zweifel daran, dass die Taliban verantwortlich seien. „Es entspricht nicht ihrer Politik“, sagte Thomas Ruttig von der Kabuler Denkfabrik Afghanistan Analysts Network. Es sei nicht  auszuschließen, dass der Anschlag vom IS durchgeführt wurde, um das USA-Taliban-Abkommen zu torpedieren. Die Taliban und der IS bekämpfen sich in Afghanistan.

Afghanistan Anschlag auf Krankenhaus in Kabul (Reuters/M. Ismail)

Nach dem Anschlag auf das Krankenhaus in Kabul, sperren Sicherheitskräfte die Straße

Präsident Aschraf Ghani kündigte an, dass die Streitkräfte wieder in die Offensive gingen. Gleichzeitig forderte er die Taliban aber erneut zu einer Waffenruhe auf. Wegen geplanter Friedensgespräche blieb die afghanische Armee seit Ende Februar eher in der Defensive. Die militant-islamistischen Taliban bezeichneten Ghanis Ankündigung als „Kriegserklärung“ – sie seien im Falle eines Angriffs von Regierungstruppen bereit zurückzuschlagen.

Experten fürchten neue Gewaltwelle

Die Reaktion der Regierung könnte nach Einschätzung von Experten zu einer neuen Gewaltwelle führen. Die Ankündigung mache die Frage nach der Verantwortung praktisch überflüssig, sagt Afghanistan-Experte Andrew Watkins der Crisis Group. Dies bedeute aber nicht gleich den „Tod des Friedensprozesses“. Der gewaltsame Konflikt in Afghanistan sei „traurige Realität“ seit Jahren.

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Die USA hatten mit den Taliban am 29. Februar in Doha (Katar) ein Abkommen unterzeichnet. Es sieht einen Abzug der internationalen Truppen sowie einen Gefangenenaustausch vor und soll den Weg für innerafghanische Friedensgespräche bereiten. Die Regierung in Kabul war nicht daran beteiligt worden, weil die Taliban direkte Gespräche mit ihr bisher abgelehnt hatten. Der Konflikt im Land geht weiter.

nob/kle (afp, dpa)




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