Regierungskandidat gewinnt in Niger | Aktuell Afrika | DW

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Bei der Präsidentschaftswahl im westafrikanischen Niger hat sich nach offiziellen Angaben der Kandidat der Regierungspartei durchgesetzt. Mohamed Bazoum habe knapp 56 Prozent der Stimmen erhalten, teilte die Wahlkommission mit. Für den Mitbewerber Mahamane Ousmane stimmten demnach rund 44 Prozent der Wähler. Wahlberechtigt waren gut 7,4 Millionen Menschen.

Der Wahlkampfstab des unterlegenen Kandidaten Ousmane, der in den 90er Jahren bereits einmal Präsident war, erhob umgehend Betrugsvorwürfe. Unter anderem seien Wahlurnen gestohlen und Wähler bedroht worden. Belege wurden nicht geliefert. In der Hauptstadt Niamey zogen Anhänger Ousmanes auf die Straßen und zündeten Reifen an. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge zu vertreiben.

Von der Wahlkommission lag zunächst keine Stellungnahme zu den Betrugsvorwürfen vor. Die Abstimmung vom Sonntag soll den ersten demokratischen Wechsel zwischen zwei Staatsoberhäuptern in Niger seit der Unabhängigkeit von Frankreich markieren. Der bisherige Präsident Mahamadou Issoufou war nach zwei Amtszeiten nicht mehr angetreten, da das die Verfassung nicht zulässt. Er hatte im Vorfeld, anders als in vielen afrikanischen Staaten, wo sich die Staatschefs an die Macht klammern, keine Änderung dieser Verfassungsregelung angestrebt.

Hardliner aus der Tschadseeregion

Der 61-jährige designierte neue Präsident Bazoum gehört der arabischen Minderheit an. Er stammt aus der Region Diffa am Tschadsee und wuchs in Tesker in der Nachbarregion Zinder auf. Er war Kandidat der regierenden Nigrischen Partei für Demokratie und Sozialismus (PNDS) und unter Issoufou zuerst Außen- und in dessen zweiter Amtszeit Innenminister, bis er im Sommer 2020 mit der Vorbereitung seiner Wahlkampagne begann. Als Innenminister galt Bazoum als politischer Hardliner.

Im ersten Wahlgang Ende Dezember waren 30 Kandidaten angetreten. Bazoum kam im ersten Durchgang auf 39 Prozent der Stimmen, sein Stichwahlkontrahent Ousmane auf etwa 17 Prozent.

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Das arme Niger leidet unter der Gewalt islamistischer Gruppen aus den Nachbarländern Mali und Nigeria.

qu/ehl (rtr, afp, kna)




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