Regierungskritischer Journalist in Honduras getötet | Aktuell Amerika | DW

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Drei Mal feuerten die Angreifer auf den regierungskritischen Journalisten Luis Almendares. Im Krankenhaus erlag der 35-jährige Reporter dann seinen Verletzungen, wie eine Menschenrechtsorganisation mitteilte. Almendares ist damit das 85. Opfer eines Journalistenmordes seit 2001 in dem zentralamerikanischen Land. Er hatte immer wieder über Korruption in der lokalen Verwaltung berichtet.

Zehn frühere Angriffe

Almendares sei in seiner Heimatstadt Comayagua einkaufen gewesen, als sich ihm zwei Angreifer auf einem Motorrad genähert und auf ihn geschossen hätten, erklärte die Polizei. Nach Angaben der honduranischen Organisation “Komitee für Meinungsfreiheit” hatte Almendares zuvor wiederholt Morddrohungen erhalten, seit 2017 sei er zudem mindestens zehn Mal sei angegriffen worden. Er habe sich deshalb mehrfach an die Polizei und das nationale Schutzprogramm für Journalisten und Menschenrechtler gerichtet.

Der Journalist hatte nach dem Angriff noch auf seiner Facebook-Seite über die Schüsse auf ihn berichtet. Am Sonntagabend veröffentlichte er dort ein kurzes Live-Video, in dem zu hören ist, wie er um Hilfe ruft und erklärt, angeschossen worden zu sein. Es ist nicht ungewöhnlich in Lateinamerika, dass bekannte Lokaljournalisten ihre Berichte in den sozialen Medien veröffentlichen.

Viele Journalistenmorde ohne Folgen

Der Präsident des honduranischen Journalistenverbands, Roberto Rodriguez, erklärte nach der Ermordung Almendares’, dass sich seine Organisation aus Protest aus dem nationalen Schutzprogramm zurückziehen werde. Die Regierung von Präsident Juan Orlando Hernández unterstütze das Programm weder logistisch noch finanziell, kritisierte er. Auch sei die Regierung “nicht interessiert” an der Aufklärung von Journalistenmorden.

Nach Angaben des “Komitees für Meinungsfreiheit” bleibt ein Großteil aller Journalistenmorde in Honduras straffrei. Das Menschenrechtsbüro der Vereinten Nationen in Honduras rief die Behörden zu einer “unabhängigen, sofortigen, effektiven und unparteiischen Untersuchung” von Almendares’ Ermordung auf.

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Drohungen auch gegen Aktivisten

Im jüngsten Pressefreiheitsindex der Organisation “Reporter ohne Grenzen” belegt Honduras unter 180 Ländern den 148. Platz. Seit einem Putsch im Jahr 2009 sei die Situation für die Medien dort zunehmend schlimmer geworden, heißt es bei “Reporter ohne Grenzen”. Präsident Hernández habe eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um Journalisten zum Schweigen zu bringen. Allein in diesem Jahr starben drei Medienvertreter eines gewaltsamen Todes.

Doch nicht nur Journalisten werden in dem zentralamerikanischen Land oft angegriffen oder mit dem Tode bedroht. Ähnlich geht es auch Menschenrechts- und Umweltaktivisten. Nach UN-Angaben wurden am Sonntag in der Stadt San Fernando im Osten von Honduras der Umweltaktivist José Antonio Teruel sowie dessen Frau und Schwager erschossen. Seit Jahresbeginn wurden in Honduras 139 Menschen bei gezielten Attentaten bewaffneter Gruppen getötet.

jwa/ww (dpa, afp, epd)




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