RKI warnt vor Anstieg der Corona-Fallzahlen | Aktuell Deutschland | DW

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„Es ist damit zu rechnen, dass sich im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters der Anstieg der Fallzahlen noch beschleunigen wird“, schreibt das Institut in seinem neuen Wochenbericht zur Pandemie. Auch Intensivmediziner schlagen Alarm, weil mangels Pflegepersonals viele Intensivbetten nicht mehr betrieben werden könnten.

4000 Intensivbetten weniger

Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) teilte mit, es sei in der kommenden Zeit „mit einer spürbaren Einschränkung in der Versorgung der Bevölkerung zu rechnen“. Derzeit seien 22.207 Intensivbetten als betreibbar gemeldet, zu Jahresbeginn seien es 26.475 gewesen. Die vergangenen Monate hätten zu einer Verschlechterung der Stimmung und zu weiteren Kündigungen von Stammpflegekräften geführt, so die Divi.

„Eine absehbar schwere Herbst- und Winterwelle“ mit vielen COVID-19-Patienten, aber auch Erkrankten mit anderen Atemwegsinfektionen wie Grippe könne die Intensivmedizin in Deutschland „erneut an und über ihre Grenzen bringen“, wurde Stefan Kluge zitiert, Direktor der Klinik für Intensivmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

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In Deutschland geht die Zahl der Intensivbett-Zimmer zurück

„Die eigentliche 4. Welle hat jetzt begonnen und nimmt weiter Fahrt auf“, schrieb Divi-Experte Christian Karagiannidis bei Twitter. Es gebe noch immer eine sehr enge Korrelation zwischen Inzidenz und Neuaufnahmen auf Intensivstationen. Dort ist die Zahl der COVID-19-Patienten laut Divi-Intensivregister mittlerweile wieder auf rund 1540 angestiegen.

Wieder mehr Fälle in Heimen

Laut RKI-Bericht sind außerdem wieder vermehrt Ausbrüche in medizinischen Einrichtungen sowie in Alten- und Pflegeheimen bekannt geworden. Erstmals seit der Woche vom 3. bis 9. Mai sei die Sieben-Tage-Inzidenz bei Menschen über 90 Jahren vergangene Woche wieder auf über 50 gestiegen. Mit Hygienemaßnahmen und zunehmender Durchimpfung seien solche Ausbrüche zwar deutlich zurückgegangen, sie träten aber weiterhin auf und beträfen auch Geimpfte, hieß es. Hochaltrige seien besonders gefährdet, bei einer Corona-Infektion schwere und tödliche Verläufe zu erleiden.

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Laut RKI ist „erwartbar“, dass künftig mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, eine Corona-Erkrankung also bei vollständig Geimpften auftritt. Das liege daran, dass immer mehr Menschen geimpft seien und sich das Virus wieder vermehrt ausbreite. „Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen“, heißt es.

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In der Altersgruppe zwischen 10 und 14 liegt die Inzidenz aktuell bei 182

Schwere Krankheitsverläufe sind laut RKI bei Geimpften aber sehr selten. Aufgefallen war in Deutschland ein hoher Anteil von Infektionen nach der Einmalimpfung mit Johnson & Johnson. Menschen, die diesen Impfstoff bekommen haben, empfiehlt die Ständige Impfkommission mittlerweile unabhängig vom Alter, den Schutz mit einer zusätzlichen Dosis mRNA-Impfstoff zu verbessern.

Deutlich höhere Inzidenzen als Senioren verzeichneten laut RKI-Bericht wie bereits in den Vorwochen jüngere Altersgruppen, in denen die Impfquoten niedriger sind. Bei den Kindern und Jugendlichen von 10 bis 14 Jahren waren es vorige Woche 182 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner. Aber auch bei Menschen im mittleren Alter (35 bis 44) lagen die Inzidenzen über dem Durchschnitt.

haz/ack (dpa) 




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