Russland will bis 2060 klimaneutral werden | Aktuell Europa | DW

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Bei der Eröffnung eines Energieforums in Moskau kündigte der russische Präsident Wladimir Putin den Kurswechsel an. Seine Regierung habe als „konkretes Ziel“ festgelegt, die Neutralität bis „spätestens“ 2060 zu erreichen. Die Bedeutung von Öl und Gas werde künftig abnehmen, prognostizierte er.

Russland folgt mit seiner Ankündigung dem Beispiel Chinas. Die Volksrepublik will nach Angaben der Regierung in Peking ebenfalls bis 2060 CO2-neutral sein. Die EU will dieses Ziel bis zum Jahr 2050 erreichen, während das deutsche Klimaschutzgesetz eine Treibhausgasneutralität bis spätestens 2045 vorsieht.

CO2-neutral bedeutet, dass ein Land nur so viel klimaschädliches Kohlendioxid ausstößt, wie durch Wälder und andere natürliche Speicher ausgeglichen werden kann.

Russland Moskau | Sitzung der Duma

Wladimir Putin: Öl und Gas verlieren langfristig an Bedeutung (Archiv)

Russland ist der weltweit viertgrößte Emittent von Treibhausgasen und der Kremlchef hatte den Klimawandel lange angezweifelt. Erst in den vergangenen Monaten äußerte er sich besorgt über Naturkatastrophen wie die Großbrände in diesem Sommer in Russland. „Wir müssen die Herausforderungen des Klimawandels annehmen“, sagte er im April. Bei einem von den USA organisierten Klimagipfel befürwortete er eine „internationale Zusammenarbeit“ im Kampf gegen die Erderwärmung. Auch am Weltklimagipfel in Glasgow im November will Putin teilnehmen – allerdings ist noch unklar, ob in Präsenz oder per Video-Zuschaltung.

Putin und der Gashahn

Angesichts der Gas-Krise in Europa nutzte Putin die Gelegenheit, vor internationalem Publikum die rasche Inbetriebnahme der Ostseepipeline Nord Stream 2 zu fordern. Dies würde zur Entspannung auf dem aufgeheizten Gasmarkt und zur Senkung der Preise führen, erläuterte er bei der Energiemesse in Moskau.

Nord Stream 2 ist zwar fertiggestellt, die Betriebsgenehmigung von den deutschen Behörden steht aber aus. In seiner Rede bedauerte der Kremlchef, dass die „administrativen Barrieren“ bisher nicht überwunden seien. Zugleich wies er die Verantwortung für die hohen Preise abermals entscheiden zurück und bot Hilfe an.

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Schon jetzt liege Russland mit seinen Gaslieferungen um zehn Prozent über den vertraglich vereinbarten Mengen. „Wenn sie uns fragen, ob wir unsere Lieferungen erhöhen, sind wir bereit, das zu tun“, sagte Putin. „Wir liefern so viel, wie angefragt wird.“

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Russland sieht sich derzeit Vorwürfen ausgesetzt, absichtlich seine Gaslieferungen zu drosseln, um politischen Druck auszuüben und so das Projekt Nord Stream 2 zu beschleunigen. Moskau hatte stets bestritten, seine Lieferungen verändert zu haben; alle Verträge würden eingehalten. Putin verwies erneut darauf, dass es die Europäer in den vergangenen Jahren versäumt hätten, langfristige Verträge mit Russland zu schließen.

uh/ehl (dpa, afp)




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