Scholz und Putin beginnen Krisen-Gespräch in Moskau | Aktuell Europa | DW

Scholz und Putin beginnen Krisen-Gespräch in Moskau | Aktuell Europa | DW

0 Von


Bundeskanzler Olaf Scholz ist in Moskau zu seinem mit Spannung erwarteten Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Ukraine-Krise zusammengekommen. Zum im russischen Fernsehen übertragenen Auftakt des Treffens betonte Scholz die Wichtigkeit des Dialogs. Er sei vor diesem Hintergrund froh, dass er sich mit dem russischen Staatschef austauschen könne, sagte der SPD-Politiker. „Das Wichtigste ist ja, dass wir die Beziehungen zwischen den Staaten durch gute Gespräche miteinander lösen.“

Putin kündigte seinerseits an, dass das Gespräch vor allem um die Sicherheitssituation in Europa und dabei insbesondere den Ukraine-Konflikt gehen solle. Die beiden sprachen an einem etwa sechs Meter langen weißen Tisch im Kreml miteinander.

Journalisten verfolgen per TV-Monitoren die ersten Minuten des Tischgesprächs von Putin und Scholz im Kreml

Journalisten verfolgen per TV-Monitoren die ersten Minuten des „Tischgesprächs“ von Putin und Scholz im Kreml

Scholz wies auch auf die Bedeutung guter Wirtschaftsbeziehungen zu Russland hin. Vor dem Hintergrund der deutsch-russischen Geschichte sei es „gut, dass wir sehr ordentliche wirtschaftliche Beziehungen haben“, betonte er. Der Kanzler hatte es zuvor abgelehnt, sich von russischer Seite auf Corona testen zu lassen. Stattdessen ließ er den Test nach seiner Landung von einer Ärztin der deutschen Botschaft an Bord seiner Regierungsmaschine abnehmen. Deswegen stieg er auch erst nach 40 Minuten aus.

Moskau verkündet Teilabzug aus Grenzgebiet 

Kurz vor Scholz‘ Eintreffen in Moskau, hatte der Kreml einen teilweisen Abzug der russischen Truppen von der ukrainischen Grenze angekündigt. Einheiten aus den Militärbezirken im Süden und Westen Russlands hätten ihre „Aufgaben erfüllt“ und würden sich auf den Weg zurück in ihre Militärbasen machen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow. Zudem sei mit dem Verladen von Militärtechnik begonnen worden. Konkrete Zahlen wurden allerdings nicht genannt.

Russland Deutschland Bundeskanzler Olaf Scholz in Moskau

Empfehlung:   ″Ocean Viking″ darf sicheren Hafen anlaufen | Aktuell Europa | DW

Bundeskanzler Scholz bei der Kranzniederlegung am Grabmal des unbekannten Soldaten

Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu hatte Putin bereits am Montag mitgeteilt, dass einige der umstrittenen Militärmanöver der russischen Armee im eigenen Land sowie in Belarus ihrem Ende zugingen. Laut Ministeriums-Sprecher Konaschenkow werde Russland aber einen „Komplex von großangelegten Maßnahmen zur operativen Ausbildung von Truppen und Streitkräften“ fortsetzen.

Russisches Marinemanöver nahe der Krim

Der massive russische Truppenaufmarsch an der Grenze zur Ukraine schürt seit Wochen die Furcht vor einem russischen Einmarsch in das Nachbarland. Nach US-Angaben wurden in dem Grenzgebiet „deutlich“ über 100.000 russische Soldaten mobilisiert. Für zusätzliche Besorgnis sorgte auch ein russisches Marinemanöver nahe der Krim-Halbinsel im Schwarzen Meer. Bei der Übung wurde nach Angaben Moskaus aus schweren Geschützen gefeuert, um die Zerstörung eines feindlichen U-Bootes zu trainieren.

Angriffspläne gegenüber der Ukraine wurden jedoch stets zurückgewiesen und die Truppenmobilisierung im Westen des Landes mit Militärübungen begründet. Zugleich gab der Kreml in den vergangenen Wochen wiederholt an, sich von der NATO bedroht zu fühlen.

Belarus | Russische Militärübung

Russland hat Truppen für gemeinsame Übungen in das benachbarte Belarus geschickt

Nach Einschätzung der Ukraine ist eine russische Invasion durch den teilweisen Truppenabzug zumindest vorerst abgewandt. „Es ist uns und unseren Verbündeten gelungen, Russland von einer weiteren Eskalation abzuhalten“, sagte Außenminister Dmytro Kuleba in Kiew. „Es ist bereits Mitte Februar, und Sie sehen, dass die Diplomatie weiter funktioniert.“

„Nicht wundern, wenn wir einen Gegenangriff starten“

Der russische EU-Botschafter Wladimir Tschischow möchte den Teilabzug allerdings nicht als Zugeständnis interpretiert wissen und geht weiter in die Offensive. Gegenüber der Nachrichtenagentur RIA erklärte er: „Wenn die Ukrainer einen Angriff auf Russland starten, sollten sie sich nicht wundern, wenn wir einen Gegenangriff starten. Oder wenn sie anfangen, russische Bürger irgendwo offen zu töten – im Donbass oder wo auch immer.“ Die von Moskau unterstützten Separatisten im Donbass werfen der Kiewer Regierung vor, eine Offensive zu planen.

Empfehlung:   Sudan entsendet Truppen nach Darfur | Aktuell Afrika | DW

djo/sti (afp, dpa, rtr)




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

DigistoreProfi stellt den RSS-Nachrichtendienst nur zur Verfügung und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unsere Nachrichten soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.