Schulstreik für den Klimaschutz | Aktuell Deutschland | DW

Schulstreik für den Klimaschutz | Aktuell Deutschland | DW

0 Von


Unter dem Motto „Alle fürs Klima“ strömen tausende Jugendliche und Unterstützer der Klimaschutzbewegung auf die Straßen zum globalen Klimastreik. Allein in Deutschland soll es Kundgebungen und Demonstrationen an mehr als 450 Orten geben.

Durch Banner mit Aufschriften wie „Wir sind jung und brauchen die Welt“ will die vor allem von jungen Menschen getragene Fridays-for-Future-Bewegung ein weiteres Mal darauf hinweisen, dass die „Klimakrise das größte Problem dieses Jahrhunderts“ ist und dass „die Zeit knapp wird, um irreversible Schäden durch die Erwärmung des Planeten zu verhindern“. Es ist der insgesamt achte weltweite Aktionstag von Fridays for Future seit 2019.

Fridays for Future Proteste in Berlin

Eine der größten Kundgebungen findet in Berlin statt

Zentrale Forderung der Aktivisten sind verstärkte Klimaschutzmaßnahmen,um die globale Erderhitzung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Das entspricht dem 2015 im Klimaschutzabkommen von Paris international vereinbarten Ziel.

Deutschland hat in den vergangenen Jahren wiederholt seine Emissionsminderungsziele im Rahmen des Abkommens nicht erreicht. Mit dem aktuellen Klimastreik kurz vor der Bundestagswahl will die Klimabewegung den Druck auf die Parteien erhöhen, gegen die Klimakrise aktiv zu werden.

„Keine Partei hat ein 1,5-Grad-Programm“

Die TV-Debatte der Spitzenkandidatinnen und -kandidaten vom Donnerstagabend habe noch einmal gezeigt, „dass die Parteien von 1,5 Grad reden, aber keine von ihnen ein 1,5-Grad-Programm hat„, schrieb Fridays for Future Deutschland auf Twitter in einem Protestaufruf.

„Die politischen Parteien haben die Klimakatastrophe nicht ernst genug genommen, sagte die Aktivistin Luisa Neubauer, die die deutsche Sektion der Gruppe leitet. Die nächste Legislaturperiode sei mit Blick auf die notwendigen Klimaschutzmaßnahmen „nicht einfach ein Vier-Jahres-Zeitraum, in dem Politik gemacht wird“, so Neubauer weiter. Die Entscheidungen, die getroffen würden, beeinflussten „die nächsten Jahrzehnte“.

Demonstranten in Frankfurt am Main halten ein Banner mit der Aufschrift Raus aus der Kohle - Rein in die Zukunft hoch

Klimaschützer fordern einen schnelleren Ausstieg aus fossilen Energieträgern, um die Erdüberhitzung aufzhalten

So müssten auch in Deutschland Kohlekraftwerke schneller abgeschaltet werden. „Die Politik ignoriert die wissenschaftlichen Warnungen auch im Jahr 2021, aber uns auf der Straße kann sie nicht ignorieren“, so Neubauer.

Gerta Thunberg in Berlin

Dem Protest haben sich nach Angaben von Fridays for Future auch zivilgesellschaftliche Organisationen wie Umweltverbände und Kirchen angeschlossen. Darüber hinaus sollen sich auch mehr als 4000 Unternehmen beteiligen.

Besonders große Kundgebungen erwarten die deutschen Organisatoren in Hamburg, Freiburg, Köln und Berlin. In der Hauptstadt sind nach Angaben der Polizei rund 20.000 Menschen für eine Demonstration im Regierungsviertel angemeldet. Mit dabei ist dort auch die Initiatorin der Bewegung, die Schwedin Greta Thunberg.

Deutschland Berlin | Fridays for Future | Greta Thunberg

Empfehlung:   Erdogan verurteilt Bidens Völkermord-Erklärung | Aktuell Welt | DW

Luisa Neubauer (l.) und Greta Thunberg (m.) beim Protest in Berlin

„Die Klimakrise kann nicht allein durch Parteipolitik gelöst werden“, sagte Thunberg vor ihrem Auftritt in Berlin. „Wir können nicht nur für den Wandel stimmen, wir müssen auch aktive demokratische Bürger sein und auf die Straße gehen und Maßnahmen fordern.“

Regierung sieht Fortschritte, Scholz twittert, Baerbock auf Stippvisite

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, sagte angesichts der Demonstrationen, die Regierung habe ihre Anstrengungen verstärkt, um neue Klimaziele zu erreichen. Es gebe eine neue Dynamik sowohl in Deutschland als auch auf europäischer Ebene, diese Prozesse müssten von der neuen Bundesregierung mit Überzeugung und Konsequenz weitergeführt werden.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz bezeichnet die Proteste für mehr Klimaschutz als richtig. Scholz schrieb auf Twitter, er sei dankbar für das Engagement von Fridays for Future.

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock suchte im Vorfeld einer Demonstration von in Köln das Gespräch mit Umweltaktivisten. Vor Beginn des Protestmarschs verabschiedete sie sich wieder. Am Nachmittag wird Baerbock zum bundesweiten Wahlkampfabschluss ihrer Partei in Düsseldorf erwartet.

Lehrerverband mahnt Schulpflicht an

Vom Deutschen Lehrerverband kam Kritik am Unterrichtsausfall zugunsten des Klimastreiks. Die Schulpflicht dürfe nicht zugunsten politischer Aktionen wie dem Klimastreik aufgehoben werden, sagte Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger dem „RedaktionsNetzwerk Deutschland“. Andernfalls werde die politische Neutralität des Staates verletzt, der für den Schulbetrieb verantwortlich sei.

„Die Schule darf nicht zwischen ‚guten‘ erlaubten und ’schlechten‘ unerlaubten Aktionen unterscheiden.“ Sonst stelle sich auch bei einer Demonstration gegen den Welthunger, gegen „Überfremdung“ oder für die Befreiung Palästinas die Frage, ob man schulfrei nehmen dürfe.

Indien New Delhi | Fridays for Future Proteste

„Auf zur Klimademonstration in Neu Delhi“: Die Protest für mehr Klimaschutz finden auf der ganzen Welt statt

Die Bewegung Fridays for Future gründete sich vor mehr als zwei Jahren. Nach dem Vorbild der Schwedin Thunberg wurden weltweite Schulstreiks ins Leben gerufen, um darauf hinzuweisen, dass die Zeit knapp wird, irreversible Schäden durch die Erhitzung des Planeten zu verhindern. Im September 2019 zogen die Klimademonstrationen riesige Menschenmengen auf der ganzen Welt an, darunter nach Angaben der Organisatoren 1,4 Millionen Demonstrierende allein in Deutschland.

cw/gri (afp, dpa, epd)




Dieser Beitrag ist ein öffentlicher RSS Feed. Sie finden den Original Post unter folgender Quelle (Website) .

DigistoreProfi stellt den RSS-Nachrichtendienst nur zur Verfügung und distanziert sich vor Falschmeldungen oder Irreführung. Unsere Nachrichten soll lediglich zum Informationsaustausch genutzt werden.