Schwere Kämpfe in aserbaidschanischer Region Berg-Karabach | Aktuell Asien | DW

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Beide Seiten beschuldigen sich, angegriffen zu haben. Wie der Ministerpräsident Armeniens, Nikol Paschinjan, via Twitter mitteilte, habe “die armenische Seite” zwei aserbaidschanische Militärhubschrauber und drei Drohnen abgeschossen sowie drei Panzer zerstört. Es gibt keine gesicherten Angaben dazu, ob der Abschuss vom armenischen Militär oder den Rebellen in der selbsternannten Republik Berg-Karabach durchgeführt wurde.

Die Aggressionen gingen zunächst von Aserbaidschan aus, heißt es von den Rebellen. Demnach bombardierte die aserbaidschanische Armee die mehrheitlich von Armeniern bewohnte Region am frühen Sonntagmorgen. Dabei seien auch Ziele in Berg-Karabachs Regionalhauptstadt Stepanakert angegriffen worden.

Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe eine “Gegenoffensive gestartet, um Armeniens militärische Aktivitäten zu stoppen und die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten”. Das Ministerium bestätigte den Abschuss eines Hubschraubers. Die Besatzung habe überlebt. Aserbaidschan spricht aber von Toten und Verletzten unter Zivilisten und Militärangehörigen.

Die pro-armenischen Rebellen verhängten das Kriegsrecht und verkündeten die Generalmobilmachung. Alle Volljährigen würden zu den Waffen gerufen, sagte Berg-Karabachs Präsident Araik Harutjunjan in einer Krisensitzung des Regionalparlaments. Russland rief derweil zu einer sofortigen Waffenruhe in der Region auf.

Konflikt seit Zerfall der Sowjetunion

Die beiden Kaukasus-Staaten Armenien und Aserbaidschan befinden sich seit fast 30 Jahren in einem Konflikt um die Kontrolle über die Region Berg-Karabach. Das mehrheitlich von Armeniern bewohnte Berg-Karabach war zu Sowjetzeiten Aserbaidschan zugeschlagen worden. Pro-armenische Rebellen brachten das Gebiet Anfang der 1990er Jahre unter ihre Kontrolle. Bei den Kämpfen starben rund 30.000 Menschen.

1991 rief Berg-Karabach seine Unabhängigkeit aus, es hat ein eigenständiges politisches System mit Verfassung entwickelt. International wird das Gebiet jedoch bis heute nicht als eigenständiger Staat anerkannt. Die islamisch geprägte Republik Aserbaidschan fordert die Rückgabe der ausschließlich von Karabach-Armeniern bewohnten Region. Das christlich geprägte Armenien kann sich auf Russland als Schutzmacht berufen, die dort Tausende Soldaten und Waffen stationiert hat.

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In den vergangenen Wochen war der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan erneut aufgeflammt. Beide Seiten warfen sich gegenseitig vor, Dörfer im Grenzgebiet angegriffen zu haben. Im Juli starben mehr als zwölf Militärangehörige bei Eskalationen an der Grenze, auch wenn es dabei nicht um die umstrittene Region ging. Zuletzt hatte es im April 2016 heftige Kämpfe zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach gegeben. Dabei starben mehr als hundert Menschen. 2010 war die bislang letzte große Initiative für einen Frieden zwischen Eriwan und Baku gescheitert.

ust/fab (afp, rtr, ap, Twitter)




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