Slowakischer Geschäftsmann Marian Kocner im Mordfall Kuciak freigesprochen | Aktuell Europa | DW

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Mit Schuldsprüchen für die Mörder, aber einem überraschenden Freispruch für den vermuteten Drahtzieher hat in der Slowakei der Prozess zum Mord an dem Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak ein umstrittenes Ende gefunden. Der Unternehmer Marian Kocner wurde zwar des illegalen Waffenbesitzes schuldig gesprochen. Dass er den Mord an Kuciak bestellt und bezahlt habe, wie die Anklage lautete, erachtete das Gericht aber nicht für bewiesen.

Auch der Angeklagten Alena Z. konnte nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden, dass sie in Kocners Auftrag den Mord organisiert hatte. Die Staatsanwaltschaft kann gegen das Urteil noch Berufung einlegen. Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova waren am 21. Februar 2018 in ihrem Haus erschossen worden. Der Todesschütze – der Ex-Soldat Miroslav Marcek – und ein weiterer Mittäter hatten bereits zuvor Geständnisse abgelegt. Marcek war deshalb im April zu 23 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Gedenken an Jan Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova in der Hauptstadt Bratislava (Foto: Archivfoto)(picture-alliance/dpa/M. Martin)

Gedenken an Jan Kuciak und seine Verlobte Martina Kusnirova in der Hauptsstadt Bratislava (Archivfoto)

Kuciak hatte zu Verbindungen zwischen der italienischen Mafia und slowakischen Politikern recherchiert und sich auch mit zwielichtigen Geschäften von Kocners zahlreichen Unternehmen befasst. Die posthume Veröffentlichung seines Artikels hatte Massendemonstrationen gegen die Regierung in Bratislava ausgelöst und schließlich zum Rücktritt des damaligen Ministerpräsidenten Robert Fico geführt. Die Proteste ebneten zudem den Weg für die Wahl der Rechtsanwältin und Anti-Korruptions-Aktivistin Zuzana Caputova zur Präsidentin des Landes.

sti/se (afp, dpa, rtr)




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