So groß ist die Hilfsbereitschaft in Deutschland | Aktuell Deutschland | DW

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Die Bilder, Videos und Schicksale aus den Flutkatastrophengebieten bewegen die Deutschen. Entsprechend riesig ist die Hilfsbereitschaft. Aber nicht nur Bürgerinnen und Bürger bieten private Unterkünfte an, stellen Kleidung, Decken oder Handtücher zur Verfügung oder organisieren Anhänger und Notstromaggregate. Auch Unternehmen sind äußerst großzügig, um in der Not zu helfen. Ein Überblick über außergewöhnliche Hilfsangebote: 

  • Nachbarschaftshilfe: Wer ein Notstromaggregat hat und selbst nicht vom Hochwasser betroffen ist, hat es wahrscheinlich schon längst verliehen. Über kurze Wege wird in den Flutgebieten viel geholfen. Und wer kein technisches Gerät zur Verfügung hat, der läuft einfach mit Brötchen, Kuchen oder Kaffee durch die überflutete Nachbarschaft und kann so den Betroffenen vielleicht einen kleinen Gefallen tun. In manchen Orten fahren sogar Bäckereien umher und verteilen Gebäck, andere Unternehmen liefern geladene Powerbanks, damit die Menschen ihre Handys laden können. 
  • Facebook-Gruppen: In den Sozialen Medien organisieren Bürgerinnen und Bürger Hilfsangebote. Zum Beispiel in der neu gegründeten Gruppe “Hochwasser Hilfe Lohmar 2021” melden sich Menschen aus der Stadt Lohmar im Rhein-Sieg-Kreis, aber auch aus umliegenden Ortschaften, welche Hilfe sie anbieten können oder was sie suchen: Traktoren mit Anhängern, Kleidung für Erwachsene und Kinder, Möbel – oder einfach helfende Hände, die zum Beispiel Keller mit ausräumen. 
  • Baumärkte: Obi, Bauhaus, Hornbach oder Toom haben begehrte Ware in ihren großen Heimwerker-Geschäften. Schaufeln, Trockengeräte oder Tauchpumpen werden in vielen Orten benötigt. Doch die Unternehmen nutzen diese Situation nicht aus, sie kommen den Menschen entgegen. Obi bietet zum einen an, dass sich Betroffene kostenlos Geräte leihen können. Zum anderen können Bürger, die Trockengeräte oder Pumpen besitzen, aber nicht benötigen, zu einem Obi-Markt bringen. Dort erhalten sie für die “Materialspende”, wie es Obi nennt, einen Warengutschein im Wert eines vergleichbaren neuen Geräts. Obi organisiert dann die Weitergabe in die vom Hochwasser betroffenen Regionen. Bei den anderen Baumärkten gibt es größere Rabattaktionen für Menschen, die von der Flut betroffen sind. 
  • Haribo: Das Süßwaren-Unternehmen in Grafschaft nahe Bonn dient als Sammelstelle für Sachspenden. Kinderkleidung, Decken, Hundefutter oder Spielzeug konnten direkt beim Pförtner abgegeben werden. Der Andrang war jedoch so groß, dass Haribo nach einem Tag bat, nichts mehr zu bringen. Jetzt müsse erst einmal die Lagerung und die “bedarfsgerechte Weiterverteilung” koordiniert werden, hieß es. 
  • Hotels: Manche Familien haben bei der Flut ihr komplettes Haus verloren – oder sie können zumindest vorerst nicht mehr dort wohnen. Wer nicht bei Freunden oder Angehörigen unterkommen kann, kann sich bei verschiedenen Hotelketten melden. So hat zum Beispiel das “Hilton Cologne” angeboten, kostenfrei Zimmer zur Verfügung zu stellen. Die “HRS-Gruppe” bietet vergünstigte Konditionen an, um vorerst ein Dach über dem Kopf zu haben. 
  • Lebensmittel: Feuerwehrleute, Rettungsdienst und andere Helfen müssen bei Kräften bleiben. Deshalb haben viele Lebensmittel-Händler oder Discounter nicht nur hohe Beträge Geld gespendet, sondern auch Essen, zum Beispiel Kaufland: 

     

  • Fußball-Training: Eltern, deren Keller vollgelaufen sind oder die sogar vor dem kompletten Nichts stehen, haben derzeit wohl kaum Zeit, sich ausreichend um ihre Kinder zu kümmern. Damit “die Kinder auf andere Gedanken kommen”, wie es Fußballtrainer José de Almeida Frießem ausdrückt, bietet er in seiner “Fußballschule Black & White” in Troisdorf im Rhein-Sieg-Kreis ein kostenfreies Training an. “Vielleicht werden sie dann ein wenig abgelenkt von den Sorgen der Eltern.” 
  • Spenden: Ob lokal oder über größere Stiftungen – wer mit Geld helfen möchte, kann das über viele Kanäle tun. Eine große Spendenaktion läuft zum Beispiel über die Organisation ” Aktion Deutschland hilft”, über die mehrere Hilfsorganisationen zusammengeschlossen sind. 
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