Software-Entwickler McAfee tot in spanischem Gefängnis aufgefunden | Aktuell Europa | DW

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Ein Sprecher der Haftanstalt Brains 2, die sich etwa 30 Kilometer nordwestlich von Barcelona befindet, bestätigte den Fund der Leiche des Multimillionärs. Der Häftling habe “offenbar Suizid” begangen, ergänzte daraufhin eine Sprecherin der Justiz in der Region Katalonien. Kurz zuvor hatte Spaniens Oberster Gerichtshof die Auslieferung des bekannten Unternehmensgründers an die USA angeordnet, wo ihm ein Prozess wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung drohte.

Offenbar habe sich McAfee nach dem Gerichtsbeschluss erhängt, sagte sein Anwalt Javier Villalba der Nachrichtenagentur Reuters. Der 75-jährige habe es trotz Berufungsmöglichkeiten nach etwa neun Monaten Haft nicht mehr ausgehalten. “Das ist das Ergebnis eines grausamen Systems, das keinen Grund hatte, diesen Mann so lange im Gefängnis zu halten”, sagte Villalba. Die Behörden kündigten eine Untersuchung an.

Der britisch-amerikanische Softwarepionier war im Oktober am Flughafen El Prat in Barcelona festgenommen worden. Laut Anklageschrift der US-Behörden reichte McAfee keine Steuererklärungen für die Jahre 2014 bis 2018 ein, obwohl er beträchtliche Einnahmen aus mehreren Bereichen gehabt habe. Dazu zählten demnach verschiedene Beratungstätigkeiten, Vorträge und der Verkauf der TV-Rechte für eine Dokumentation über sein Leben.

Es drohte eine hohe Haftstrafe

Er soll laut dem Auslieferungsantrag der USA in diesen vier Jahren umgerechnet mehr als zehn Millionen Euro verdient, aber nie eine Steuererklärung eingereicht haben. Der Amerikaner war in seiner Heimat außer wegen Steuerhinterziehung auch wegen Betrugs mit Kryptowährungen und Verschwörung zur Geldwäsche angeklagte. Ihm drohten im Falle einer Verurteilung bis zu 30 Jahre Haft. In einer Auslieferungsanhörung erklärte McAfee, die Vorwürfe gegen ihn seien politisch motiviert. Die Auslieferungsentscheidung des spanischen Gerichts hätte noch angefochten werden können. Zudem hätte das spanische Kabinett einer Überstellung in die Vereinigten Staaten noch zustimmen müssen.

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McAfee hatte die gleichnamige Firma für Antiviren-Software gegründet und in den 1980er Jahren ein Vermögen gemacht. Der Unternehmer war zudem selbsternannter Experte für Krypto-Währungen und hatte fast eine Million Follower auf Twitter.

In den 1990er Jahren zog er sich aus seinem Unternehmen zurück. 2012 sorgte McAfee im zentralamerikanischen Belize für Schlagzeilen, als nach einem Mord an seinem Nachbarn nach ihm gefahndet wurde und er durch den Dschungel vor der Polizei floh.

kle/rb (afp, rtr, dpa)   

Die Deutsche Welle berichtet zurückhaltend über das Thema Suizid, da es Hinweise darauf gibt, dass manche Formen der Berichterstattung zu Nachahmungsreaktionen führen können. Sollten Sie selbst Selbstmordgedanken hegen oder in einer emotionalen Notlage stecken, zögern Sie nicht, Hilfe zu suchen. Wo es Hilfe in Ihrem Land gibt, finden Sie unter der Website https://www.befrienders.org/. In Deutschland hilft Ihnen die Telefonseelsorge unter den kostenfreien Nummern 0800/111 0 111 und 0800/111 0 222




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